Luo (Gong)
Luo (chinesisch 鑼, Pinyin luó, W.-G. ló, „Gong“) ist der Oberbegriff für chinesische Gongs, die durch ein Präfix näher bestimmt werden. Die ab dem 1. Jahrtausend v. Chr. hergestellten ältesten Gongs waren Kesselgongs, die späteren Namen zufolge (tonggu, „Bronzetrommel“) den Trommeln (gu) zugeordnet wurden. Der früheste Fund eines flachen Gongs wird um 200 v. Chr. datiert, in den Schriftquellen werden Gongs ab der Tang-Dynastie (618–907) als luo erwähnt. Die meisten chinesischen Gongs sind Varianten des Flachgongs; die für die malaiischen Inseln charakteristischen Buckelgongs sind hingegen selten. Fünf Gongtypen werden unterschieden:
- Tongluo: Kleine flache Gongs mit einem schmalen tellerförmigen Rand werden seit etwa 1100 unter anderem als tongluo, tangluo, zheng oder tongzheng erwähnt und sind mit dem japanischen shōko verwandt. Mehrere melodisch gestimmte Flachgongs sind in einem Rahmen aufgehängt als Gongspiel yunluo (云锣, yún luó, „Wolkengong“) bekannt. Die kleinen Varianten jiaoluo und xiangzhan werden in südchinesischen Kammermusikstilen gebraucht.
- Flachgongs mit veränderlicher Tonhöhe: Leicht gekrümmte Flachgongs mit einem umgebogenen Rand, einer planen mittleren Anschlagfläche und nach dem Anschlagen abnehmender Tonhöhe heißen daluo (大鑼, „großer Gong“) oder suluo. Kleinere Gongs mit ansteigender Tonhöhe heißen xiaoluo (小鑼, xiǎo luó, „kleiner Gong“), jingluo oder shouluo (手锣, shǒu luó). Gongs mit veränderlicher Tonhöhe werden in der Peking-Oper und anderen Opernstilen sowie unter anderem in shifan luogu (Gong- und Trommel-Ensembles) verwendet.
- Große wannenförmige Flachgongs mit einem rechtwinklig gebogenen tiefen Rand heißen mit 60 bis 80 Zentimetern Durchmesser shenbo (深钹) und mit etwa 40 Zentimetern Durchmesser douluo (斗锣). Der gaobianluo (高边锣, „hoher Rand-Gong“) wird in Opern verwendet.
- Buckelgongs, die unter anderem gongluo oder mangluo genannt werden, produzieren Töne von genauer Tonhöhe. Sie sind im Süden Chinas seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen und entsprechen manchen im indonesischen Gamelan gespielten Typen
- Große leicht gekrümmte Platten mit einem kleinen Rand oder ohne Rand und bis zu 80 Zentimetern Durchmesser werden wenluo (文锣, „Zivil-Gong“) oder chaoluo (抄鑼, „Berg-Gong“) genannt und für Effekte in manchen Opern verwendet. Dieser Flachgong war Vorbild für den in die westliche Musik eingeführten Tamtam.