Mündungsbremse
Ein Teil der Gase wird seitlich abgelenkt. Dadurch wird die in Schussrichtung ungenutzte Gas-Nachwirkung und damit der Rückstoß verringert.
Die Mündungsbremse ist eine Vorrichtung am Lauf (Mündung von Feuerwaffen), die die Energie der Verbrennungsgase nutzt, um den Rückstoß der Waffe zu vermindern. Mündungsbremsen kommen vorwiegend an Maschinenkanonen und Geschützen, seltener an Handfeuerwaffen zum Einsatz. Bei Geschützen können Mündungsbremsen den Rohrrücklaufweg verkürzen.
Von der Mündungsbremse müssen der Kompensator, der Mündungsfeuerdämpfer sowie der Rückstoßverstärker unterschieden werden. Kompensatoren reduzieren durch das Nach-oben-Leiten der Mündungsgase den Hochschlag von Handfeuerwaffen. Mündungsfeuerdämpfer reduzieren das sichtbare Mündungsfeuer und damit die Blendwirkung für den Schützen sowie seine Sichtbarkeit bei der Schussabgabe. Ein Rückstoßverstärker erhöht die Rückstoßenergie von Rückstoßladern mit kurz zurückgleitendem Lauf, um deren Wiederladefunktion zu gewährleisten und/oder deren Schussfrequenz zu erhöhen.
Da nach unten gelenkte Gase, insbesondere bei flachem Schusswinkel, Staub aufwirbeln würden, haben Mündungsbremsen auf der Unterseite grundsätzlich keine Gasaustrittsöffnungen.
Kanonen, welche APFSDS-Geschosse verschießen, haben in der Regel keine Mündungsbremse, da dies die Präzision stark beeinträchtigen würde. Daher hat quasi keine Kanone eines modernen Kampfpanzers eine Mündungsbremse.
Die Masse der Mündungsbremse reduziert den Rückstoß zusätzlich.
- ↑ Thomas Enke: Grundlagen der Waffen- und Munitionstechnik. Walhalla Fachverlag, Regensburg 2020, ISBN 978-3-8029-5227-2, S. 154 f.