Münster-Geistviertel

Das Geistviertel ist ein Stadtviertel der kreisfreien Stadt Münster in Westfalen und liegt im Stadtbezirk Mitte. Das Viertel entstand nach Ende des Ersten Weltkriegs nach dem Modell einer Gartenstadt, um die anhaltende Wohnungsnot in der Stadt zu lindern. Bekannt und „in ihrer Gesamtheit ein Baudenkmal von überörtlicher Bedeutung“ ist hier vor allem die Mustersiedlung Habichtshöhe/Grüner Grund, erbaut 1924 bis 1931.

Der Name Geistviertel geht zurück auf die Bauerschaft Geist in der einstigen Landgemeinde Lamberti, eingemeindet zu Münster am 1. April 1903. Die Bezeichnung Geist (feminin, dasselbe Wort wie Geest) ist schon im Mittelalter belegt und bezieht sich auf den die Nord-Süd-Achse des Viertels bildenden Münsterländer Kiessandzug, der höher und trockener ist als seine Umgebung. Auf den Kiessandrücken bezieht sich auch die Bezeichnung „auf der Geist“ für das Stadtviertel, wobei die Bezeichnung „auf der Geist“ für das Gebiet des Kiessandrückens älter ist als das Viertel selbst.

  1. Sylvaine Hänsel: Geschichte, Architektur und städtebauliche Entwicklung in Münster. In: Sylvaine Hänsel und Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4, S. 22.
  2. Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster: Begründung zum Entwurf des Bebauungsplans Nr. 518: Weseler Straße 225–241 / Althoffstraße. S. 2 (PDF-Datei; 0,2 MB (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 10. September 2010.
  3. Sylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4, S. 201 f.
  4. Wolfgang R. Krabbe: Die Eingemeindungen und Stadterweiterungen Münsters im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Untertitel: Bevölkerungsdruck, städtischer Flächenbedarf und Zwang zum staatlich-kommunalen Verwaltungshandeln. In: Helmut Lahrkamp (Herausgeber): Beiträge zur Stadtgeschichte. Band 11. Aschendorff, Münster 1984, ISBN 3-402-05538-4, S. 151. Serie: Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster.
  5. Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19.Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg. Auflage 2000, 1991. Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, S. 16–17. Nebentitel: Münster, von der Provinzial- zur Gauhauptstadt.
  6. Jost Trier (Autor), Hans Schwarz (Herausgeber): Wege der Etymologie. Band 101. Verleger E. Schmidt, Berlin 1981, ISBN 3-503-01625-2, S. 27. Serie: Philologische Studien und Quellen.
  7. Joseph Prinz: Mimigernaford-Münster. Aschendorff, Münster 1960, ISBN 3-402-05210-5, S. 38 f.
  8. Angela Weiper: „Man wohnt hier auf der Geist“. In: MuensterscheZeitung.de. 4. September 2012, archiviert vom Original am 4. September 2012; abgerufen am 16. November 2024 (Veröffentlichung des Medienhauses Lensing).
  9. Verwendet noch heute unter anderem als Name für den Wasserturm, eine Hausarztpraxis, eine Apotheke und ein Restaurant. Stand: 20. Januar 2011.
  10. L. von Sichart: Geschichte der königlich-hannoverschen Armee. Dritter Band. Hahn’sche Hofbuchhandlung, Hannover 1870, S. 563.