Kīngitanga

Als Kīngitanga (māori) oder Māori King Movement (englisch) − in der Alltagssprache meist nur King Movement − wird die politisch-gesellschaftliche Bewegung der indigenen Bewohner Neuseelands, der Māori, bezeichnet, die zur Bildung einer repräsentativen Monarchie führte. Das Hauptziel der auf die 1850er-Jahre zurückgehende Bewegung konzentriert sich auf die symbolische Vertretung aller Māori-Stämme durch einen einzigen Monarchen, um infolgedessen auf gleicher Augenhöhe mit dem Vereinigten Königreich verhandeln zu können.

Auf staatlicher Ebene hat der Māori-König keine Macht, er verkörpert vielmehr eine symbolische Rolle der Einheit unter den Ureinwohnern des Landes und besitzt ein hohes Maß an Mana. Seit der Einführung des ersten Māori-Königs (Pōtatau Te Wherowhero) im Jahr 1859 hatten bis zum Jahr 2024 insgesamt sieben Personen dieses symbolische Amt inne. Nach dem Tod des Königs Tuheitia Paki wurde seine Tochter Ngā Wai Hono i te Pō zu seiner Nachfolgerin bestimmt. Sitz der Monarchen ist das Tūrangawaewae-Marae in Ngaruawahia nahe Hamilton in der Region Waikato auf der Nordinsel Neuseelands.