Maßstäbe der Modelleisenbahn

Die bei den Modelleisenbahnen benutzten einheitlichen Verkleinerungsmaßstäbe sind eine Folge der Bemühungen von Industrie und Benutzern, Fahrzeuge von verschiedenen Herstellern in einer Modelleisenbahnanlage gemeinsam fahren lassen zu können.

Anfänglich benutzte man außer den Maßstäben (Verhältnis zwischen den Abmessungen des Originals und des Modells) auch die Spurweite, die jeweils der Original-Spurweite 1435 mm (Regelspur) entspricht. Angegeben wird aber nicht die Maßzahl der Modell-Spurweite, sondern nur eine römische Zahl: I für Maßstab 1:32, II für 1:22,5, III für 1:16 und weiter bis V.

Seitdem auch von Original-Eisenbahnen mit kleinerer als der Regelspurweite vermehrt Modelle erstellt werden, wird bevorzugt der Begriff Nenngröße verwendet. Dabei handelt es sich auch jeweils um einen bestimmten Verkleinerungsmaßstab. Die zugehörende Modell-Spurweite ist aber verschieden, sie ist abhängig von der betroffenen unterschiedlichen Spurweite des Originals. Die Nenngröße ohne Zusatz (z. B. H0 für 1:87) bezieht sich auf Normalspurbahnen. Bei Schmalspurbahnen wird zur Unterscheidung ein Buchstabe angehängt (z. B. H0m für „Meterspur“ in 1:87).

Die großen Spurweiten über II hinaus sind selten (für Gartenbahnen mit Personenbeförderung) und haben für eine Normung keine Bedeutung. Andererseits sind im Laufe der Zeit immer kleinere, in Mengen hergestellte Modelleisenbahnen hinzugekommen. Die Bezeichnung der Maßstäbe II und I wurden in 2 und 1 geändert, es folgen die Bezeichnungen 0, S, H0, TT, N und Z (Letztere für den z.zt. kleinsten Maßstab 1:220). Die Nenngrößen sind in den Normen Europäischer Modellbahnen (NEM), in den Normen des British Railway Modelling Standards Bureau (BRMSB) und in den Normen der National Model Railroad Association (NMRA) festgelegt. Aus historischen Gründen sind ihre Werte nicht ganz gleich. Anstelle von Nenngröße wird verschiedentlich der Begriff Baugröße verwendet.

Die Abstufung zwischen diesen Maßstäben ist durchgehend annähernd gleich: Der jeweils nächstkleinere Maßstab ist etwa 70 % des vorherigen. Möglicherweise entstand diese Stufung am Anfang (II >> I) zufällig, wurde dann aber (weiter bis heute Z) konsequent eingehalten. Die Abstufung zwischen den Spurweiten hat den gleichen Wert. Die Weite der Meterspur ist etwa 70 % der Regelspur. Diese zufällig entstandene Verkleinerung hat zudem zufällig den gleichen Wert wie die Verkleinerung zwischen allen gewählten Modell-Maßstäben. Die noch kleineren Originalspurweiten wurden in zwei Gruppen mit den mittleren Weiten 700 mm (enge Spur) und 485 mm (Feldbahn-Spur) zusammengefasst. Diese Werte sind ebenfalls etwa 70 % der nächstgrößeren. Durch die in beiden Parametern (Modellmaßstab und Original-Spurweite) enthaltene gleiche Veränderung wurde es möglich, dass für die Modelle der schmaleren Original-Bahnen keine weiteren als die für die Modelle der Regelspur-Bahnen geschaffenen Modell-Spurweiten erforderlich sind. In nebenstehendem Bild zeigen die diagonalen Linien an, dass alle Modelle von verschieden großen Originalbahnen auf einer ausgewählten Modellspur laufen können. Ihr Modellmaßstab ist lediglich umso weniger klein, je kleiner ihre Originalspur ist. In einer horizontalen Linie ist der Maßstab gleich. Dem seinen Wert kennzeichnenden Teil der Bezeichnung ist ein Kleinbuchstabe hinzugefügt (außer in der ersten Spalte für Regelspur-Modelle). Damit wird die immer kleiner werdende Modell-Spurweite gekennzeichnet: m steht für Meterspur, e für enge Schmalspur und f für Feldbahn-Spur.

  1. Siegfried Wetzel: Die Verkleinerungsmaßstäbe der Modelleisenbahnen