Magna Mater

Die lateinische Bezeichnung Magna Mater oder Mater Magna (übersetzt „Große Mutter“, auf Altgriechisch Megále Meter) stand ursprünglich für die antike Göttin Kybele (griechisch Κυβέλη), die Große Göttermutter vom Berg Ida (lateinisch Mater Deum Magna Ideae, kurz Magna Mater).

In einigen religionshistorischen oder archäologischen Schriften wird der Begriff bisweilen auf die Muttergöttinnen seit der mediterranen Jungsteinzeit ausgedehnt.

Der Autor Manfred Ehmer verwendet den Ausdruck in seinen populärwissenschaftlichen Schriften für eine kulturübergreifende Interpretation im Sinne einer weitreichenden „ökospirituellen“ neureligiösen Auslegung, die die Erde als Verkörperung der Magna Mater oder als Mutter Erde auffasst.

  1. Carsten Colpe: Selbstdefînition durch Rituale im hellenistisch-christlichen Kleinasien. Zu Abgrenzungen zwischen Kybelemysterien, Taurobolien, Montanismus und Bischofskirche. In: Hanns Christof Brennecke, Ernst Ludwig Grasmück, Christoph Markschies (Hrsg.): Logos: Festschrift für Luise Abramowski zum 8. Juli 1993 (= Beihefte zur Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft. Band 67). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1993, ISBN 3-11-013985-5, S. 30–56, hier S. 33–34.
  2. Manfred Kurt Ehmer: Die Weisheit des Westens. Patmos, Düsseldorf 1998, ISBN 3-491-72395-7, S. 46.