Mainzer Brückenkopf

Als Mainzer Brückenkopf oder Brückenkopf Mainz wird häufig das Castellum Mattiacorum bezeichnet, das zur Zeit des Römischen Reiches auf der Mainz (Mogontiacum) gegenüberliegenden rechtsrheinischen Seite den Rheinübergang sichern sollte. Aus diesem Kastell ging später der heutige Wiesbadener Ortsteil Mainz-Kastel hervor. In der Literatur hat sich dieser Begriff aber vor allem als Bezeichnung für ein von Frankreich kontrolliertes rechtsrheinisches Gebiet etabliert, das Ende 1918 nach der Alliierten Rheinlandbesetzung das linksrheinische Besatzungsgebiet im Mainzer Hinterland gegen eventuelle deutsche Angriffe absichern und umgekehrt dafür sorgen sollte, „dass die Alliierten möglichst schnell ins Herz Deutschlands vorstoßen könnten“. Der Mainzer Brückenkopf war einer von vier Brückenköpfen, die von den alliierten und assoziierten Siegermächten nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, dem Waffenstillstand von Compiègne (1918) und dem Friedensvertrag von Versailles (Versailler Vertrag) auf der rechtsrheinischen Seite eingerichtet und kontrolliert wurden. Seine Besetzung endete am 30. Juni 1930.

  1. Peter Maresch: Fremde Truppen im Taunus
    1. S. 8
  2. Walter Mühlhausen: Hessen in der Weimarer Republik
    1. S. 136