Handschrift (Paläographie)
Unter Handschrift oder Manuskript (von lateinisch manu scriptum ‚von Hand Geschriebenes‘; Abkürzung: Hs./Ms., Mehrzahl Hss./Mss.) versteht man durch manuelles Schreiben erzeugte Schriftstücke. Im engeren Sinne versteht man darunter von Hand mit Tinte oder anderen Farbmitteln beschriebene weiche oder flexible Trägermedien (wie Papyrus, Palmblätter, Birkenrinde, Pergament oder Papier); harte Trägermedien, in die Schrift eingemeißelt, geritzt oder eingraviert wird, werden üblicherweise nicht als Handschrift verstanden, auch wenn die Beschriftung manuell erfolgt.
Typische Beispiele für Handschriften sind Urkunden, Briefe, Akten und Codices (von Hand geschriebene Bücher). Da viele historisch besonders wertvolle Handschriften Codices sind und diese Codices oft (nur) als ‚Handschriften‘ angesprochen werden, kann der falsche Eindruck entstehen, diese beide Begriffe seien synonym.
Handschriften werden von mehreren Wissenschaften untersucht, insbesondere der Paläographie, der Kodikologie, der Buchwissenschaft, den Bibliothekswissenschaften und der Editionsphilologie. Historische Handschriften werden in der Regel in öffentlichen Archiven und Bibliotheken verwahrt, aber auch in Museen und privaten Sammlungen.