Marathousa 1

Marathousa 1 (MAR-1) ist die Bezeichnung für eine archäologische und paläoanthropologische Fundstätte aus dem mittleren Pleistozän im Gebiet von Megalopoli, einer Gemeinde im Südwesten Arkadiens (Zentral-Peloponnes) in Griechenland. Sie wurde 2013 am Rande eines aktiven Braunkohletagebaus entdeckt und wird seitdem in einem Gemeinschaftsprojekt der Behörde für Paläoanthropologie und Speläologie des griechischen Kulturministeriums und dem Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen erforscht. Zu den bedeutendsten Funden gehören die bislang ältesten erhalten gebliebenen, von Menschenhand hergestellten und benutzten Werkzeuge aus Holz, denen 2026 ein Alter von 430.000 Jahren bescheinigt wurde. Die beiden Funde, die aufgrund ihres Alters Homo heidelbergensis zugeschrieben werden können, bestehen aus Erlenholz beziehungsweise aus Weiden- oder Pappelholz und wurden möglicherweise zum Graben verwendet.

Marathousa 1 und 2 sind die ältesten derzeit bekannten archäologischen Fundstätten in Griechenland und die einzigen Fundstätten aus dem Altpaläolithikum im südlichen Balkan, in denen anhand von Schnittspuren auf Knochen die Entfleischung von großen Beutetieren belegt werden kann.

  1. Annemieke Milks, Maria Ntinou, Stylianos Koutalis, […] und Katerina Harvati: Evidence for the earliest hominin use of wooden handheld tools found at Marathousa 1 (Greece). In: PNAS. Band 123, Nr. 6, 2026, e2515479123, doi:10.1073/pnas.2515479123.
    Frühester Nachweis von Menschenhand genutzter Holzwerkzeuge. Auf: idw-online.de vom 26. Januar 2016.
  2. Eleni Panagopoulou, Vangelis Tourloukis, Nicholas Thompson, […] und Katerina Harvati: The Lower Palaeolithic site of Marathousa 1, Megalopolis, Greece: Overview of the evidence. In: Quaternary International. Band 497, 2018, S. 33–46, doi:10.1016/j.quaint.2018.06.031.