Marco Foscarini

Marco Foscarini (* 4. Februar 1696 in Venedig; † 31. März 1763 in Pontelongo) war der viertletzte Doge von Venedig. Er amtierte von seiner Wahl am 31. Mai 1762 bis zu seinem Tod. Seine Bedeutung speist sich dabei weniger aus seinem nur zehn Monate währenden Dogenamt, als aus rund ein Vierteljahrhundert anhaltenden politischen und gesellschaftlichen Einfluss. Diplomatisch war er als Botschafter in Wien, Rom und Turin tätig. Vor allem aber war er Autor einer Reihe von Schriften; 1735 wurde er zum offiziellen Geschichtsschreiber der Republik Venedig bestellt, die allerdings seit geraumer Zeit keine bedeutende politische Rolle mehr spielte und neutral zu bleiben versuchte.

Foscarini ist einer derjenigen Dogen, bei denen die Wahl zwar als krönender Abschluss eines verdienstvollen Lebens gelten kann, doch dies würde seine dominierende Rolle in der Politik, die er ab 1740 einnahm, unterschätzen. Dabei war er Verfechter einer äußerst konservativen, aus der Kultur- und Institutionengeschichte abgeleiteten Politik, die fast ein Vierteljahrhundert lang die Geschicke Venedigs dominierte, die Vorherrschaft der einflussreichsten Familien mit ihrem Klientelsystem weiter verfestigte, und die den Staatsinquisitoren mit ihren willkürlichen, und oft im Geheimen getroffenen Entscheidungen ein enormes Gewicht verlieh. Die hinter ihm stehenden Familien wehrten fast alle Reformversuche ab, zuletzt 1752, und noch während seiner Amtszeit verhinderte er eine Reform der Universität Padua.