Marienhöhe (Bad Saarow)

Marienhöhe oder Hof Marienhöhe ist ein Wohnplatz der Gemeinde Bad Saarow im Brandenburger Landkreis Oder-Spree. Das ehemalige Vorwerk des Ritterguts Saarow liegt auf einer Anhöhe in den Südausläufern der Rauener Berge zwischen Kolpin und Bad Saarow-Mitte rund 50 Kilometer östlich von Berlin-Mitte.

Im Dezember 1927 kaufte der Landwirt Erhard Bartsch das Vorwerk und erprobte auf dem Hof ab 1928 die Biologisch-dynamische Landwirtschaft, die der Anthroposoph Rudolf Steiner in einem Landwirtschaftlichen Kursus entworfen hatte. Bartsch baute den Hof zu einem Zentrum der Demeterbewegung aus. Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise konnte sich in der Zeit des Nationalsozialismus längere Zeit behaupten und zunächst einem Verbot entgehen. Nach einem Besuch des Hofs setzte sich der Reichsbauernpräsident Darré noch im Jahr 1940, ein Jahr vor dem Verbot des Reichsverbands für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise, gegen die Partei-Linie für Marienhöhe ein. Auch die DDR-Zeit überstand Marienhöhe als privat geführter Biobauernhof und wurde als einer der wenigen landwirtschaftlichen Betriebe nicht in einer LPG zwangskollektiviert.

Nach wie vor ökologisch wirtschaftend, gilt Marienhöhe heute als der älteste biologisch-dynamisch arbeitende Hof in Deutschland.

  1. In den meisten Darstellungen wird Marienhöhe als der älteste ökologisch wirtschaftende Betrieb in Deutschland bezeichnet. Laut Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung nahmen zumindest Bauern im thüringischen Kreis Apolda die Ökologische Landwirtschaft gleichfalls bereits in den 1920er Jahren auf, allerdings im Gegensatz zu Marienhöhe mit einer Pause in der DDR-Zeit. Quelle: Frieder Rock, Institut für zukunftsrächtiges Wirtschaften e. V.: Infrastrukturentwicklung und Finanzierung von Biolandbau, -verarbeitung und -vermarktung in den neuen Ländern. Hrsg.: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Endbericht. BBR-Online-Publikation, Endbericht, November 2004. S. 17.