Marokkanischer Wall

Berm (teilweise mit „marokkanischer Wall“ übersetzt) ist eine rund 2.700 Kilometer lange Grenzbefestigungsanlage in Form eines Sandwalls in der Westsahara, der den von Marokko kontrollierten Teil des Gebietes von der sogenannten Freien Zone trennt, die weitgehend von den Polisario-Rebellen bzw. der Regierung der international nur teilweise anerkannten Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) kontrolliert wird.

Zwischen 1980 und 1987 baute Marokko acht Mauerabschnitte durch die Sahara. Auf diese Weise wollte das Königreich verhindern, dass die im Krieg ab 1975 nach Algerien geflüchteten Angehörigen der Sahrauis in ihr angestammtes Heimatland zurückkehren konnten.

Nach der Chinesischen Mauer gilt der Berm als die zweitgrößte Mauer der Welt. Sie ist eine mit rund 100.000 Soldaten der Marokkanischen Streitkräfte hochmilitarisierte Grenzbefestigung. In dem Gebiet des Berm liegen sieben Millionen Antipersonenminen. Bis 2019 gab es dadurch rund 1.500 Minenopfer auf beiden Seiten des Walls. Der Unterhalt des Berm kostet hunderttausende US-Dollar täglich.

  1. Elisabeth Bäschlin, Mohamed Sidati: Western Sahara – Territoriality, Border Conceptions and Border Realities. In: Doris Wastl-Walter (Hrsg.): The Ashgate Research Companion to Border Studies. Routledge, London/New York 2011, ISBN 978-0-7546-7406-1, S. 558.
  2. Westsahara-Konflikt: Die Mauer, die fast niemand kennt. Abgerufen am 9. Oktober 2025 (amerikanisches Englisch).