Mattbemalte Keramik

Die mattbemalte Keramik (auch: matt-painted ware oder mattbemalte Ware) war nach der minyschen Keramik die zweitwichtigste Keramikgattung des mittelhelladischen (mittelbronzezeitlichen) Griechenlands. Die Bezeichnung rührt von dem matten Glanz her, den ihre Oberfläche aufweist, und wurde 1879 von Adolf Furtwängler und Georg Loeschcke in deren Publikation über die Klassifizierung der späthelladischen Keramik aus Grabzirkel A (Mykene) eingeführt. Die einzelnen Fundstücke unterscheiden sich in Oberflächenstruktur, Komposition und Farbgebung. Wie die minysche Keramik erreichte die mattbemalte Ware ihre Blüte im Mittelhelladikum II.

In einem größeren Kontext bezeichnet der Begriff weitere Keramikstile anderer Epochen, nämlich die des Späthelladikums und der protogeometrischen sowie geometrischen Zeit.

  1. Middle Bronze Age on the Greek Mainland – Matt – painted pottery : „Matt Painted pottery, the second largest Middle Helladic pottery ware […]“
  2. 1 2 The Prehistoric Archaeology of the Aegean (Dartmouth College) — Lesson 9: Middle Helladic Greece (Memento vom 17. Mai 2011 im Internet Archive): "The term “Matt-painted” describes the lack of luster of the paint which is used to produce dark-on-light patterns on a variety of light ground “wares” which differ considerably in terms of their surface treatments, fabric compositions, and even colors."
  3. 4.4.4 bemalte Keramik (mattbemalte). In: Michael Rechta: Die Mittelbronzezeit in Thessalien und Makedonien. Mit dem Fallbeispiel der Pevkakia Magula. (Memento vom 13. Mai 2011 im Internet Archive): „Seit der Publikation von Furtwängler und Loeschke im Jahre 1879 spricht man in der archäologischen Literatur von mattbemalter Keramik.“
  4. Barbara Horejs: The Phenomenon of Mattpainted Pottery in the Northern Aegean.Introduction, Overview and Theories: „The term mattpainted pottery was first used by A. Furtwängler and G. Loeschke in their classification of pottery from Grave Circle A in Mycenae (Furtwängler and Loeschke 1879, 2; Idem 1886, 54 ff.).“ (auf: The Aegeo-Balkan Prehistory Project)
  5. W. Schiering: Mattmalerei. In: Lexikon der alten Welt. Artemis-Verlag, Zürich/München 1990, ISBN 3-7608-1034-9, Band 2, ISBN 3-7608-1034-9, S. 1870. (Unveränderter Nachdruck der einbändigen Originalausgabe von 1965)
  6. Alix Hochstetter: Die mattbemalte Keramik in Nordgriechenland, ihre Herkunft und lokale Ausprägung. In: Praehistorische Zeitschrift. 57, 1982, S. 201–219, doi:10.1515/prhz.1982.57.2.201: „Die Bezeichnung »mattbemalte Keramik« ist ein Begriff, der auf mehrere Keramikqualitäten unterschiedlicher Epochen, nämlich der mittelhelladischen, späthelladischen und protogeometrischen bis geometrischen Zeit, angewandt wird.“