Mehrprodukt
Das Mehrprodukt (oder englisch Surplus) ist in der klassischen Nationalökonomie der Überschuss, der über den Bedarf hinaus produziert wird.
In einfachster Form ist diese ökonomische Kategorie im Tableau économique des Physiokraten François Quesnay zu finden, wo er den Teil der Jahresproduktion an Agrarerzeugnissen repräsentiert, der nicht zum Leben der in der Agrarproduktion beschäftigten Arbeitskräfte gebraucht wird. In diesem ersten Reproduktionsablauf-Schema wird dargestellt, dass das Nationaleinkommen, das Quesnay ausschließlich in Form landwirtschaftlicher Erzeugnisse vorliegen sieht, wenn es periodisch in gleicher Höhe reproduziert werden soll, zu einem bestimmten Teil wieder in die Produktion zurückgeführt werden muss. Neben den verschlissenen Produktionsmitteln muss auch ersetzt werden, was die landwirtschaftlichen Arbeiter zum Leben brauchen. Der Überschuss über den so bestimmten Reproduktionsbedarf hinaus ist das Mehrprodukt, über das die Gesellschaft verfügen kann bzw. der nach Beteiligung der verschiedenen sozialen Klassen an diesem Produktionsprozess verteilt wird. Es ist dadurch ein direkter Zusammenhang hergestellt zwischen der Produktion und der Verteilung des Sozialprodukts.
- ↑ Pierangelo Garegnani: Kapital, Einkommensverteilung und effektive Nachfrage. Marburg 1989. S. 19