Meister der Weisheit
Meister der Weisheit oder Meister bezeichnet in der Theosophie der Blavatsky-Tradition ein Kollektiv idealisierter und übernatürlich vollkommener Adepten, die als Quelle und Legitimation der theosophischen Lehren dargestellt werden. Das Konzept entstand im späten 19. Jahrhundert im Umfeld Helena Petrovna Blavatskys und wurde in den nachfolgenden okkulten Bewegungen weiter systematisiert.
In der Theosophischen Bewegung Blavatskys gelten die Meister als spirituell besonders hoch entwickelte Menschen, die in Shigatse im Himalaya wohnen sollen. In den Schriften erscheinen sie unter Bezeichnungen wie Ältere Brüder, Mahatmas oder Große Weiße Loge und werden gelegentlich mit der Bruderschaft von Shambhala verbunden, die im sagenhaften Königreich Shambhala leben und vom Herrn der Welt angeführt werden soll.
Rudolf Steiner übernahm den Begriff Meister in seiner frühen theosophischen Phase, deutete ihn jedoch zu einem philosophisch spirituellen Prinzip ohne physische Existenz oder direkte Autorität um. Mit der Entwicklung der Anthroposophie gab er den theosophischen Meisterbegriff vollständig auf.
- ↑ Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens (= Esoterik. Bd. 12179). Original-Ausgabe; sowie 3. aktualisierte Auflage, beide Goldmann, München 1993, ISBN 3-442-12179-5, S. 412–413.
- ↑ Linus Hauser: Kritik der neomythischen Vernunft. Bd. 1: Menschen als Götter der Erde. Schöningh, Paderborn 2004, S. 310.