Memento mori
Der Ausdruck Memento mori ist ein Symbol der Vergänglichkeit (Vanitas) aus dem antiken Rom, das bis heute verwendet wird. Er entstammt dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß „Sei dir der Sterblichkeit bewusst“ oder „Bedenke, dass du sterben musst“.
Ein solcher Ausdruck ist typisch für die Philosophie der Antike. Vielen antiken Philosophen galt die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod als sehr wichtig, bspw. Demokrit, Plato und den Stoikern. Der Ausdruck in der konkreten Formulierung „memento mori“ verbreitete sich aufgrund der Verwendung bei einem Ritual bei Triumphzügen im antiken Rom. Bei diesem Ritual stand oder ging hinter oder nahe dem siegreichen Feldherrn ein Begleiter, häufig ein Sklave. Manchmal hielt er einen Gold- oder Lorbeerkranz über den Kopf des Siegreichen. Er mahnte ihn ununterbrochen mit Worten wie „Mementō morī“ oder auch „Mementō tē hominem esse“ („Bedenke, dass du ein Mensch bist“) bzw. „Respice post tē, hominem tē esse mementō“ („Sieh dich um und bedenke, dass auch du nur ein Mensch bist“).
- ↑ Erklärung der lateinischen Formen: mementō = Imperativ (Befehlsform, „erinnere dich, sei dir bewusst“) von meminī, meminisse; morī = Infinitiv Passiv, Deponens („sterben“). Nach einer anderen Erklärung wäre mementō morī die Kurzform von mementō moriendum esse (mit dem Gerundivum): „Bedenke, dass du sterben musst.“
- ↑ Bernhard Woytek: „Hominem te memento!“ Der mahnende Sklave im römischen Triumph und seine Ikonographie. In: Tyche. Band 30, 2015, S. 193–209, doi:10.15661/tyche.2015.030.16.