Memoria (Architektur)

Cella memoriae oder kurz Memoria (lat. Gedächtnis(stätte)) nennt man in der Architektur ein Bauwerk über oder mit einem Grab, das dem Gedächtnis des Bestatteten gewidmet ist. Diese Art von Gedächtnisstätte wird auch Martyria (griech. „Zeugnis“) genannt. Bei frühchristlichen Grabbauten oder einem größeren Gebäude spricht man von Coemeterium (griech. κοιμητήριον = Ruheort), dem Synonym für „Friedhof“, was im englischen cemetery und im französischen cimetière noch ersichtlich ist.

  1. Werner Müller, Gunther Vogel: dtv-Atlas zur Baukunst. I. Allgemeiner Teil: Baugeschichte von Mesopotamien bis Byzanz. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1974, S. 9
  2. Memorialbau. In: Hans Koepf: Bildwörterbuch der Architektur. 2. Auflage, Alfred Kröner Verlag, Kröners Taschenausgabe (Band 194), Stuttgart 1974, ISBN 3-520-19402-3, S. 265
  3. Hugo Brandenburg: Coemeterium. Der Wandel des Bestattungswesens als Zeichen des Kulturumbruchs der Spätantike. In: Laverna, Nr. 5, Scripta Mercaturae, St. Katharinen 1994, S. 206–233