Mere-Exposure-Effekt
Mit Mere-Exposure-Effekt, auch Effekt des bloßen Kontakts, bezeichnet man in der Psychologie den Befund, dass allein die wiederholte Wahrnehmung eines ursprünglich neutral beurteilten Reizes zu einer positiveren Bewertung führt. Der Effekt tritt ohne externe Verstärkung auf.
Wiederholte Darbietung erhöht die Vertrautheit mit einem Reiz, die häufig mit einer höheren Sympathie oder Präferenz einhergeht. So wirkt eine Person durch wiederholte Begegnung oft attraktiver und sympathischer.
Der Mere-Exposure-Effekt zeigt sich in unterschiedlichen Bereichen, etwa in zwischenmenschlichen Begegnungen, im Marketing sowie in der Produkt- und Markenwahrnehmung. Er wurde für zahlreiche Reize nachgewiesen, darunter Wörter, Gesichter, Musik, Bilder und Werbeanzeigen. Auch im Wahlverhalten, in ästhetischen Vorlieben sowie in Einstellungen gegenüber Personen und Alltagsobjekten lässt sich der Effekt beobachten. Die Stärke des Effekts hängt dabei unter anderem von der Häufigkeit, Dauer und Reihenfolge der Darbietung ab.
- ↑ Robert B. Zajonc: Attitudinal effects of mere exposure. In: Journal of Personality and Social Psychology. Band 9, 2, Pt.2, 1968, ISSN 1939-1315, S. 1–27, doi:10.1037/h0025848 (englisch).
- ↑ Moreland & Zajonc (1982): Exposure effects in person perception: Familiarity, similarity, and attraction. Journal of Experimental Social Psychology, 18, S. 395–415
- ↑ Robert F. Bornstein & Catherine Craver-Lemley: Mere exposure effect. In: Rüdiger F. Pohl (Hrsg.): Cognitive illusions: A handbook on fallacies and biases in thinking, judgment and memory. Band 3. Psychology Press., Hove, UK 2022, S. 241–258 (englisch).