Metagonimose
Als Metagonimose (Syn. Metagonimiasis) bezeichnet man den Befall mit Zwergdarmegeln der Gattung Metagonimus beim Menschen und fischfressenden Säugetieren. Die Erkrankung ist eine Zoonose, verläuft aber zumeist harmlos. Sie tritt vor allem in Ost- und Südostasien auf, insbesondere in Japan, Korea und Taiwan. Wichtigster Auslöser ist Metagonimus yokogawai, etwas seltener treten in diesen Ländern auch Metagonimus takahashii, Metagonimus minutus und Metagonimus miyatai auf. In Südosteuropa, in der Türkei sowie im Nahen und Mittleren Osten kommen auch Metagonimus ciureanus und Metagonimus romanicus vor, Infektionen des Menschen sind möglich, aber extrem selten. Unter den Säugetieren kommt die Metagonimose bei Katzen, Hunden, Füchsen und Schweinen vor.
Die Infektion erfolgt durch Aufnahme des zweiten Zwischenwirts, Süßwasserfische, bei denen die ansteckenden Metazerkarien zwischen den Schuppen oder in der Muskulatur in 0,14 bis 0,16 mm großen Zysten angesiedelt sind. Da in Südosteuropa die Fische vom Menschen so gut wie nie ungeschuppt und zudem meist gegart verzehrt werden, kommen natürliche Infektionen des Menschen dort de facto nicht vor.
- ↑ Jong-Yil Chai, Bong-Kwang Jung: Fishborne zoonotic heterophyid infections: An update. In: Food and Waterborne Parasitology. Band 8–9, 2017, S. 33–63.
- 1 2 Tomáš Scholz, Roman Kuchta, Daniel Barčák, Gábor Cech, Mikuláš Oros: Small intestinal flukes of the genus Metagonimus (Digenea: Heterophyidae) in Europe and the Middle East: A review of parasites with zoonotic potential. In: Parasite. 2024, Band 31, S. 20 doi:10.1051/parasite/2024016.
- ↑ Johannes Eckert: Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8304-1072-0, S. 500.