Meteorologische Zeitschrift
| Meteorologische Zeitschrift | |
|---|---|
| Beschreibung | Wissenschaftliche Fachzeitschrift |
| Fachgebiet | Meteorologie |
| Sprache | Englisch |
| Erstausgabe | 1884 |
| Chefredakteure | Clemens Simmer, Yong Wang, Stephan Henne |
| Weblink | Website |
| ISSN (Print) | 0941-2948 |
| ISSN (online) | 1610-1227 |
Die Meteorologische Zeitschrift, kurz MZ, ist eine begutachtete wissenschaftliche Fachzeitschrift (Journal) für Meteorologie und Klimatologie.
Die Einrichtung der Meteorologischen Zeitschrift fällt in die Zeit der Herausbildung der Meteorologie als eigenständige Wissenschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich weltweit Fachgesellschaften bildeten und begannen, eigene Zeitschriften herauszugeben. Im Jahr 1884 rief die ein Jahr zuvor gegründete Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG) die „Meteorologische Zeitschruft“ ins Leben. Dabei orientierte sich die DMG an der 1866 gegründeten „Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Meteorologie“ (ÖGM). Im Jahr 1886 wurden die beiden Zeitschriften zusammengeschlossen und fortan unter dem Titel „Meteorologische Zeitschrift“ von ÖGM und DMG gemeinsam herausgegeben. Zu den ersten Herausgebern zählten Julius von Hann, Karl Jelinek und Wladimir Köppen. Die Zeitschrift genoss hohe Reputation und zählte zu den führenden Zeitschriften Europas in Meteorologie und Klimatologie.
Im Jahr 1944, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, erschien die vorerst letzte Ausgabe der Meteorologischen Zeitschrift als gemeinsame Publikation deutschsprachiger meteorologischer Gesellschaften. Reinhard Süring gründete 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone die „Zeitschrift für Meteorologie“, deren Herausgeber von 1957 bis 1990 die Meteorologische Gesellschaft der DDR war. In der Bundesrepublik Deutschland gab die DMG ab 1946 die „Meteorologische Rundschau“ heraus. Beide Zeitschriften veröffentlichten hauptsächlich deutschsprachige Beiträge und stießen nur auf bescheidenes Interesse. In Österreich setzte Ferdinand Steinhauser, der 1937–1944 zusammen mit Reinhard Suring Herausgeber der Meteorologischen Zeitschrift gewesen war, seine Herausgebertätigkeit fort und gründete zusammen mit Walter Mörikofer das Archiv für Meteorologie, Geophysik und Bioklimatologie mit zwei Reihen: Serie A, Meteorologie und Geophysik (1980–1986: Series A, Meteorology and atmospheric physics, seit 1986 nur Meteorology and atmospheric physics) und Serie B, Allgemeine und biologische Klimatologie (1969–1971: Serie B, Klimatologie, Bioklimatologie, Strahlungsforschung, 1972–1986: Serie B, Klimatologie, Umweltmeteorologie, Strahlungsforschung, seit 1986: Theoretical and Applied Climatology). Diese wurden auch als Nachfolgezeitschriften der MZ verstanden.
Im Jahr 1990 begannen in Österreich Diskussionen über eine Neuauflage der MZ gemeinsam mit Partnern aus Deutschland und der Schweiz. Die Diskussionen trugen dazu bei, dass in der Schweiz eine auf Meteorologie fokussierte wissenschaftliche Vereinigung entstand, die Schweizerische Gesellschaft für Meteorologie (SGM). Im Jahr 1992 gründeten die meteorologischen Gesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz die „Meteorologische Zeitschrift“ neu durch Zusammenlegung der Zeitschriften Meteorologische Rundschau und Zeitschrift für Meteorologie.
Die DMG gab auch nach der Neugründung der MZ zunächst noch eine weitere Fachzeitschrift heraus: die Contributions to Atmospheric Physics. Diese Zeitschrift war 1904 von Richard Aßmann und Hugo Hergesell unter dem Namen Beitrage zur Physik der freien Atmosphäre (Contributions to the physics of the free atmosphere) gegründet worden und befasste sich vorrangig mit den höheren Schichten der Atmosphäre. Sie existierte – mit einer Unterbrechung zwischen 1946 und 1956 – bis 1999 und erhielt 1957 den Namen Beiträge zur Physik der Atmosphäre, 1969 Contributions to Atmospheric Physics. Seit dem Januar 2000 werden auch die Beiträge zur Physik der Atmosphäre (zitiert als: Contributions to Atmospheric Physics) in der Meteorologischen Zeitschrift publiziert.
Obwohl die Zeitschrift von den meteorologischen Gesellschaften der hauptsächlich deutschsprachigen Länder herausgegeben wird, sind die Artikel seit 2000 grundsätzlich in englischer Sprache verfasst.
Der Impact Factor der Meteorologischen Zeitschrift lag 2015 bei 1,914. Damit belegte die Zeitschrift in der Statistik des Science Citation Index Rang 39 von 84 betrachteten Journals in der Kategorie „Meteorology & Atmospheric Sciences“. Seit 2014 handelt es sich um eine Open-Access-Zeitschrift.
- 1 2 3 4 5 6 Stefan Emeis: History of the Meteorologische Zeitschrift. In: Meteorologische Zeitschrift. Band 17, Nr. 5, 2008, S. 685–693, doi:10.1127/0941-2948/2008/0330 (open access).
- ↑ The “MetZet Classic Papers” Series. Internetseite der Zeitschrift. Abgerufen am 22. August 2015.
- 1 2 3 4 Helmut Pichler, Hans Richner, Michael Kerschgens: Salutation to the 30th anniversary of “Meteorologische Zeitschrift/Contributions to Atmospheric Sciences”. In: Meteorologische Zeitschrift. Band 30, Nr. 1, 2021, S. 1–5, doi:10.1127/metz/2021/1076 (open access).
- ↑ Archives for meteorology, geophysics, and bioclimatology = Archiv für Meteorologie, Geophysik und Bioklimatologie. Series A, Meteorology and atmospheric physics | more title information | title history. In: Zeitschriftendatenbank. Abgerufen am 17. Februar 2026.
- ↑ Archives for meteorology, geophysics, and bioclimatology = Archiv für Meteorologie, Geophysik und Bioklimatologie. Serie B, Allgemeine und biologische Klimatologie | more title information | title history. In: Zeitschriftendatenbank. Abgerufen am 17. Februar 2026.
- ↑ Theoretical and Applied Climatology | Overview. Springer, abgerufen am 17. Februar 2026.
- ↑ ISI Web of Knowledge, Journal Citation Reports, Science Edition, 2015.
- ↑ Meteorologische Zeitschrift. In: Directory of Open Access Journals. 15. April 2020, abgerufen am 16. Februar 2026.