Methodiker
Methodiker (abgeleitet von griechisch μέθοδός = wissenschaftliche Behandlung eines Gegenstandes) nannten sich Anhänger einer medizinischen Lehre, die vom 1. Jahrhundert v. Chr. an von griechischen Ärzten im römischen Reich entwickelt und praktiziert wurde. Die Methodiker-Schule (Schule der Methodiker) war neben der dogmatischen Schule der hippokratischen Tradition und der Empiriker-Schule eine der Hauptströmungen der antiken Medizin und hatte ihre Blütezeit im 1.–2. Jahrhundert n. Chr. Von Vertretern der auf der Humoralpathologie (Säftelehre) beruhenden hippokratischen Medizin wurden die aus ihrer Sicht stark vereinfachte Lehren und Heilmethoden abgelehnt.
- ↑ Hans Georg von Manz: Methodiker-Schule. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 980–981.
- ↑ Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 11.
- ↑ Jutta Kollesch, Diethard Nickel: Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer. Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= Reclams Universal-Bibliothek. Band 771); 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, S. 18–19.