Methylphenidat

Strukturformel
Vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie
Allgemeines
Freiname Methylphenidat
Andere Namen
  • (±)-2-Phenyl-2-(2-piperidyl)essigsäure-methylester (IUPAC)
Summenformel C14H19NO2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 204-028-6
ECHA-InfoCard 100.003.662
PubChem 4158
ChemSpider 4015
DrugBank DB00422
Wikidata Q422112
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N06BA04

Wirkstoffklasse

Sympathomimetikum, Stimulans

Wirkmechanismus

Dopamin/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

Eigenschaften
Molare Masse 233,31 g·mol−1
Schmelzpunkt
  • 224–226 °C (Hydrochlorid)
  • 74–75 °C (Base)
Siedepunkt

135–137 °C (79,98 Pa, Methylphenidat)

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302334
P: 261264270284301+312501
Toxikologische Daten

350 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral, Hydrochlorid)

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Methylphenidat (kurz: MPH; Handelsname u. a. Ritalin, Medikinet, Concerta) ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Phenylethylamine. Es besitzt eine stimulierende Wirkung und wird heute hauptsächlich zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und seltener auch bei Narkolepsie („Schlafkrankheit“) eingesetzt.

Es wirkt über die Hemmung der Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin in den Schaltstellen des zentralen Nervensystems, wodurch sich diese Botenstoffe dort anreichern. Typischerweise wird Methylphenidat als Tablette verabreicht und bei ADHS unter langsamer Dosissteigerung bis zur individuell optimalen Dosierung gegeben – und nur wenn andere therapeutische Maßnahmen unzureichend sind. Die Wirkung tritt nach 30 Minuten ein und hält je nach Verabreichungsform ca. 4 bis 12 Stunden an. Häufige Nebenwirkungen sind verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Nervosität und Übelkeit. Missbräuchlich wird es laut Medienberichten mit dem Ziel erhöhter geistiger Leistungsfähigkeit verwendet.

In Deutschland ist Methylphenidat als verkehrs- und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel eingestuft.

  1. 1 2 3 Eintrag zu Methylphenidat. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 1. Juni 2014.
  2. Royal Pharmaceutical Society (Hrsg.): Clarke’s Analysis of Drugs and Poisons FOURTH EDITION. Pharmaceutical Press, London/Chicago 2011, ISBN 978-0-85369-711-4.
  3. The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals. 14. Auflage. Merck & Co., Whitehouse Station NJ 2006, ISBN 0-911910-00-X.
  4. Monographie „Methylphenidate hydrochloride“, European Pharmacopoeia 10th Edition (Ph. Eur. 10.0), EDQM Council of Europe, 2019.
  5. 1 2 Datenblatt Methylphenidate hydrochloride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 26. November 2021 (PDF).