Mikrozirkulation
Mikrozirkulation bezeichnet in der Medizin die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße mit einem Durchmesser kleiner als 100 Mikrometer (zum Beispiel Kapillaren, Arteriolen, Venolen), der sogenannten Mikrogefäße. Die Mikrozirkulation stellt die Verbindung zwischen dem arteriellen und dem venösen System her und führt das Blut in die unmittelbare Nähe der Zellen, sodass die verbliebene Strecke klein genug für den Stoffaustausch per Diffusion ist. Innerhalb des Blutgefäßsystems ist die Mikrozirkulation der Abschnitt mit dem größten Gesamtdurchmesser und folglich der geringsten Strömungsgeschwindigkeit. Eine zentrale Rolle bei der Regulation der Mikrozirkulation spielt das Gefäßendothel. Endothelzellen reagieren auf chemische und mechanische Reize und regulieren über die Freisetzung vasoaktiver Substanzen die Gefäßweite sowie entzündliche und thrombotische Prozesse.
Die Gefäße auf der arteriellen Seite der Mikrozirkulation werden als Arteriolen bezeichnet. Sie sind von glatten Muskelzellen umgeben und haben einen Durchmesser von 10–50 μm. Arteriolen transportieren das Blut zu den Kapillaren, die keine glatte Muskulatur aufweisen und einen Durchmesser von etwa 5–8 μm haben. Das Blut fließt aus den Kapillaren in die Venolen (10–200 μm) und von dort aus in die Venen (siehe Abb.).
- ↑ Matthias F. Schneider, S. W. Schneider: Der von Willebrand-Faktor: ein intelligenter Gefäßkleber. In: BIOspektrum. Jg. 14, Nr. 2. Spektrum, 2008, ISSN 0947-0867, S. 134–139.
- ↑ Moncada S, Higgs A. The L-arginine–nitric oxide pathway. N Engl J Med. 1993;329:2002–2012.
- ↑ Robert F. Schmidt, Gerhard Thews, Florian Lang: Funktionen des Gefäßsystem: Mikrozirkulation. In: Physiologie des Menschen. 28. Auflage. Springer Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2000, doi:10.1007/978-3-662-09346-7.