Militär-Zeitung
Die Militär-Zeitung erschien in Wien von 1848 bis 1919. Anfangs hieß sie Oesterreichischer Soldatenfreund, ab 1855 Militärische Zeitung, ab 1857 bis zu ihrem Ende 1919 „Militär-Zeitung“. In den Archiven finden sich die Ausgaben ab dem 3. Juli 1849. Zu den Herausgebern und verantwortlichen Redakteuren zählten unter anderem Jaromir Hirtenfeld, Josef Vorwahlner, Johann Fischer, Friedrich Müller und zuletzt der Oberleutnant der Reserve Eduard Eggerth.
Die Militär-Zeitung hatte kein explizites Zielpublikum. Sie bediente den Zeitgeist, wo die militärische Aufrüstung ein Leitmotiv der Politik war. Die Zeitung berichtete aus national-patriotischer Perspektive über alles, was mit Waffen, Schlachten und Heeren zu tun hatte.
Trotz ihrer langen Publikationszeit, oft mehrmals wöchentlich, existiert über die Militär-Zeitung keine Sekundärliteratur. Es wird jedoch häufig, und bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, auf die Zeitung als Quelle zugegriffen. So zitiert zum Beispiel Ernst Freimund 1876 anerkennend einen Artikel in der Ausgabe vom 23. April 1850, in dem zu einer neuartigen Wundbehandlung in Militärlazaretten geraten wird: feuchte Umschläge zusammen mit einer Diät aus Wein und Semmeln nach dem Naturheilkundler Johann Schroth.
- ↑ 'Oesterreichischer Soldatenfreund : Zeitschrift für militärische Interessen. 6. 1853' - Digitalisat | MDZ. Abgerufen am 26. Februar 2024.
- ↑ Hirtenfeld stand wegen eines gegen den Klerus gerichteten Artikels vom 25. September 1861 vor Gericht und wurde zu zwei Monaten Arrest verurteilt. Außerdem bekam er die Auflage, als Eigentümer und Chefredakteur der Militär-Zeitung dieses Urteil samt Begründung auf die erste Seite des Blatts zu bringen, wo es am 4. Oktober 1862 auch erschien.
- ↑ Freimund: Johannes Schroth's Naturheilverfahren in hitzigen Krankheiten: mit besonderer Berücksichtigung der Kinderkrankheiten und der am häufigsten vorkommenden Volkskrankheiten. Westfehling, 1876 (google.com [abgerufen am 26. Februar 2024]).