Mimos

Der Mimos (altgriechisch μῖμος, „Der Nachahmer“; lateinisch Mimus) war eine vielfältige, populäre Form des antiken Theaters. Der Begriff wurde sowohl für die Kunstform verwendet als auch für die Schauspieler des Mimos (Mimen; griechisch mimoi, lateinisch mimi oder mimae). Entstanden im antiken Griechenland, war dieser auch im Römischen Reich vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zur Spätantike populär.

Er zeichnete sich durch die Darstellung alltäglicher Szenen oft sexuellen oder kleinkriminellen Inhalts aus. Verwendet wurden neben Sprache, Mimik und Gestik auch Gesang und Tanz. Ziel war insbesondere die Erheiterung des Publikums, etwa durch die Nachahmung (mimesis) bzw. -äffung bekannter Personen und Ereignisse. Der Mimos konnte als Solostück oder in kleinen Ensembles (greges) unter der Führung eines Hauptdarstellers, des archimimus, aufgeführt werden.

Als literarischer Text bzw. Skript zur Aufführung aufgeschrieben wurden nur die wenigsten Mimen und von diesen sind nur ein paar wenige bis heute erhalten, meist auch nur als Fragmente, weswegen die Rekonstruktion des Mimos als Kunstform schwierig ist.

  1. Carl Watzinger: Mimologen. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung. Band 26, 1901, S. 1–8 (Digitalisat)