Miriquidi
Als Miriquidi und Mircwidu bezeichnete der frühmittelalterliche Historiograph Thietmar von Merseburg (Chron. 6, 10; 8, 28) das Erzgebirge und einen Teil des zu der Zeit bewaldeten Vorlandes und einen Wald an der niederländischen Merwede, einem Flussarm der Maas. Lateinisch Miriquidi silva bedeutet zu Deutsch „Dunkel-, Finsterwald“. Thietmar reflektiert mit den volkssprachigen altniederdeutschen (altsächsischen) Begriffen Miriquidi, Mircwidu ältere Benennungsmotive aus Mythen und Sagen für einen Ur- und Grenzwald. In Gestalt und Lautung verbinden sich die beiden Namensformen mit Belegen des übrigen Namenschatzes (Onomastikum) innerhalb der Germania.