Mitläufereffekt

Der Mitläufereffekt, auch Bandwagon-Effekt genannt, bezeichnet in der Handlungstheorie die Wirkung, die ein wahrgenommener Erfolg auf die Bereitschaft ausübt, sich den voraussichtlich erfolgreichen Handlungsweisen anzuschließen. Zum Beispiel möchten Wähler gerne auf der Gewinnerseite sein, d. h., sie wählen eher die Kandidaten, von denen sie erwarten, dass sie siegreich sein werden.

Dieser handlungsbestimmende Effekt findet sich nicht nur auf dem Gebiet der Wahl- und der Medienwirkungsforschung, sondern auch auf dem Gebiet der Konsumforschung. Formale Darstellungen wurden in die Mikroökonomie sowie in die Spieltheorie eingeführt.

Im Englischen ist der Bandwagon der Wagen einer Musikband; bandwagon heißt also Musikantenwagen oder Festwagen mit einer Musikkapelle. Dieser Band-Wagen wird von Mitläufern zu Fuß begleitet.

  1. „Mitläufereffekt“, in: Wolfgang J. Koschnik, Standardwörterbuch für die Sozialwissenschaften, Bd. 2, München/London/New York/Paris 1993, ISBN 3-598-11080-4.
  2. Harvey Leibenstein: Bandwagon, Snob, and Veblen Effects in the Theory of Consumers’ Demand, The Quarterly Journal of Economics (May 1950); siehe auch: Harvey Leibenstein: Beyond Economic Man: A New Foundation for Microeconomics. Harvard University Press: Cambridge, Mass. 1976. Vgl. Dirk Piekenbrock: "Nachfrageinterdependenz"