Mittlere Bronzezeit
| Mitteleuropäische Bronzezeit | |
|---|---|
| späte Bronzezeit | |
| Ha B2/3 | 950–800 v. Chr. |
| Ha B1 | 1050–950 v. Chr. |
| Ha A2 | 1100–1050 v. Chr. |
| Ha A1 | 1200–1100 v. Chr. |
| Bz D | 1300–1200 v. Chr. |
| mittlere Bronzezeit | |
| Bz C2 | 1400–1300 v. Chr. |
| Bz C1 | 1500–1400 v. Chr. |
| Bz B | 1600–1500 v. Chr. |
| frühe Bronzezeit | |
| Bz A2 | 2000–1600 v. Chr. |
| Bz A1 | 2200–2000 v. Chr. |
Als mittlere Bronzezeit oder fachsprachlich kurz Mittelbronzezeit wird die Phase zwischen früher und später Bronzezeit bezeichnet, wobei die beiden letzteren Perioden als vergleichsweise klarer konturierte Großphasen verstanden werden und deutlichere Einschnitte markieren. Dabei beginnt die mittlere Bronzezeit im alten Orient und auf dem griechischen Festland sowie auf Kreta um 2000 v. Chr., um dort bereits um 1600 v. Chr. zu enden, während sie in Ungarn die Epoche der „Tellsiedlungen“ bezeichnet, also der großen Siedlungshügel. Dort reicht sie dementsprechend von 1800 bis 1500 v. Chr. Hingegen dauerte sie in Mitteleuropa absolutchronologisch etwa von 1600 oder 1550 v. Chr. bis 1300 v. Chr. Wegen der charakteristischen Hügelgräber spricht die deutschsprachige Forschung auch von Hügelgräberkultur oder auch Hügelgräberbronzezeit. Anders gestaltet sich dies in Dänemark und Skandinavien, wo die Bronzezeit in fünf Abschnitte gegliedert ist und der Begriff mittlere Bronzezeit den mittleren der fünf Abschnitte bezeichnet, der von etwa 1300 bis 1000 v. Chr. andauerte. Dabei gilt das jeweils spätere Einsetzen der mittleren Bronzezeit durchaus als Indikator für ein Kulturgefälle. Diese unterschiedlichen Zeitbestimmungen führen oftmals zu Verwirrung, etwa wenn aus dem Gebiet der mykenischen Kultur, die dem Späthelladikum, also der Späten Bronzezeit zugeordnet wird, Güter nach West- oder Mitteleuropa gelangen, wo diese auf mittelbronzezeitliche Kulturen treffen.
- ↑ Siegmar von Schnurbein: (Hrsg.): Atlas der Vorgeschichte. Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt. 2., verbesserte Auflage. Theiss, Stuttgart 2010, S. 127.