Mittelspannungsnetz
Mittelspannungsnetze sind ein Teil des Stromnetzes zur Verteilung der elektrischen Energie auf Strecken im Bereich einiger Kilometer bis zu 100 km in ländlichen Bereichen. Sie werden üblicherweise mit Hochspannung von 10 kV oder 20 kV betrieben. Seltener auch mit 30 kV bzw. 35 kV Nennspannung, welche mit einer maximalen Bemessungsspannung von 36 kV bzw. 40,5 kV betrieben werden. Ein Mittelspannungsnetz dient typischerweise der elektrischen Energieversorgung einer Region, die mehrere Ortschaften, oder in Städten einen Stadtteil, umfasst. Des Weiteren werden in der Bahnstrom-Versorgung von Vollbahnen als Fahrleitungsspannung 15 kV mit der Sonderfrequenz 16,7 Hz (früher 16 2⁄3 Hz) und 25 kV mit 50 Hz verwendet.
Auf Seeschiffen wird ab einer gewissen Größe und bei bestimmten Anforderungen Mittelspannung im Energieverteilnetz eingesetzt. Die Leitungslängen betragen deutlich unter einem Kilometer, die Gründe, die hier eine Rolle für den Einsatz von Mittelspannung spielen, sind die Gewichtseinsparung bei Kabeln, der Betrieb leistungsstarker Antriebsmotoren direkt an Mittelspannung sowie die Bildung kleiner durch Transformatoren getrennter Abschnitte von IT-Netzen, was eine Erhöhung der Betriebssicherheit mit sich bringt. Die Spannungsebenen auf Seeschiffen sind typischerweise 6,6 kV und 11 kV. Erstere ist überwiegend auf modernen Frachtschiffen anzutreffen. Dort ergibt sich ein hoher Leistungsbedarf durch den hohen Anteil an Kühlcontainern, die eine Stromversorgung benötigen. Letztere ist auf großen Passagierschiffen wie Kreuzfahrtschiffen üblich, da diese über leistungsfähige Manövrierantriebe verfügen oder sogar komplett dieselelektrisch arbeiten. Ein Landanschluss für größere Schiffe wird erst durch Mittelspannung praktikabel. Da Seeschiffe über unterschiedliche Netzfrequenzen verfügen, es sind 50 Hz und 60 Hz üblich, wird ein Landanschluss fast immer über Umrichter durchgeführt. Zunehmend kommen bei rein dieselelektrischen Schiffen Mittelspannungssysteme mit Gleichspannung zum Einsatz.
Unter Mittelspannung wird in der elektrischen Energietechnik eine Hochspannung im Bereich über 1 kV bis einschließlich 52 kV verstanden. Die obere Grenze ist nicht eindeutig festgelegt, nach VDE liegt diese bei 60 kV. Der Begriff Mittelspannung ist nicht genormt bzw. in den Grenzen nicht exakt definiert. So werden die in Schleswig-Holstein noch existenten 60-kV-Leitungen als Mittelspannungsleitungen, in der Schweiz hingegen 50-kV-Leitungen als Hochspannungsleitungen geführt.
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- ↑ Technische Anschlussregel Mittelspannung (VDE-AR-N 4110). Abgerufen am 26. Oktober 2023.
- ↑ Ergänzende Bedingungen für den Anschluss an das Mittelspannungsnetz der Schleswig-Holstein Netz AG ( vom 8. April 2016 im Internet Archive)
- ↑ Anschlussnutzungsvertrag Mittelspannung der E-ON Hanse AG