Momotombo

Momotombo
Momotombo
Höhe 1297 m
Lage Departamento León, Nicaragua
Gebirge Cordillera de los Maribios
Koordinaten 12° 25′ 19″ N, 86° 32′ 24″ W
Typ Schichtvulkan
Alter des Gesteins 4500
Letzte Eruption 2015

Der Momotombo ist ein Schichtvulkan in Nicaragua nahe der Stadt León. An seiner südlichen Flanke liegt ein Geothermalfeld. Er reicht bis an den Managuasee. Oberhalb der Waldgrenze verändert sich die Landschaft durch Erosion und Eruptionen ständig. Der Berg ist sehr symmetrisch. Sein Bild wurde auf Streichholzschachteln gedruckt und taucht auf Wandmalereien auf, er ist emblematisch für Nicaragua bzw. für León. Rubén Darío veröffentlichte ein Gedicht mit dem Titel Momotombo. 1931 kontrastierte José Coronel Urtecho in der „Oda al Mombacho“ den heroischen Momotombo mit örtlichen Vulkan des konservativen Granadas, der als dickbäuchiger Großbürger dargestellt wird, ein fetter fauler Eunuch. Vor dem Ersten Weltkrieg war der Momotombo ein beliebtes Ausflugsziel, 1904 erreichten die Touristenzahlen ihren Höhepunkt, 1905 brach er aus.

Unter der Diktatur von Anastasio Somoza Debayle wurden die Leichen Oppositioneller von Geheimpolizei und Nationalgarde in den Krater des Momotombo geworfen, wo sie später entdeckt wurden.

Mit einer Erlaubnis kann der Vulkan bestiegen werden, dazu gehört ein Durchqueren des Geothermiekraftwerkes.

  1. Mark D. Anderson, Disaster Writing: The Cultural Politics of Catastrophe in Latin America. University of Virginia Press 2011, 110