Mont-Cenis-Eisenbahntunnel

Mont-Cenis-Tunnel
Portal auf der italienischen Seite
Nutzung Eisenbahntunnel
Verkehrsverbindung Bahnstrecke Modane–Turin
Ort Mont Cenis
Länge 13,657 km
Anzahl der Röhren 1
Gleise 2
Bau
Bauherr Viktor Emanuel II.
Baubeginn 1. August 1857
Fertigstellung 17. September 1871
Planer Michel-Henri-Joseph Maus
Lagekarte
Koordinaten
Nordportal 45° 11′ 39,5″ N,  40′ 7″ O
Südportal 45° 4′ 53,8″ N,  42′ 33,1″ O

Der Mont-Cenis-Tunnel oder auch Fréjus-Tunnel (französisch Tunnel ferroviaire du Mont Cenis bzw. Tunnel ferroviaire du Fréjus, italienisch Tunnel del Moncenisio bzw. Tunnel ferroviario del Fréjus) ist ein 13,7 Kilometer langer, grenzüberschreitender Eisenbahn-Scheiteltunnel zwischen den Orten Modane (FR) und Bardonecchia (IT). Er verbindet das französische Tal des Arc in der Maurienne mit dem italienischen Susatal und ist wesentlicher Bestandteil der internationalen Bahnstrecke Modane – Turin an der alpenquerenden Transitachse Lyon – Turin. Etwa 6.904 m Tunnelstrecke liegen im französischen Staatsgebiet und 6.753 m in Italien.

Der am 19. September 1871 eröffnete Tunnel gilt als ältester großer Alpentunnel und war zum Zeitpunkt seiner Eröffnung ein technisches Meisterwerk. Vor der Eröffnung des Gotthard-Eisenbahntunnels im Jahr 1882 war der Mont-Cenis-Tunnel der längste Tunnel der Erde.

Der Ausbauzustand des Mont-Cenis-Tunnels und die Trassierung angrenzender Eisenbahnstrecken entsprechen nicht den heutigen Erfordernissen des transeuropäischen Schienenverkehrs. Zahlreiche Randbedingungen (u. a. begrenzte Zuglängen, eingeschränkter Lichtraum, geringe Streckenhöchstgeschwindigkeit, wenig leistungsfähiges Bahnstromsystem usw.) stehen einer Steigerung der Zugzahlen entlang der Gebirgsstrecken Culoz - Modane sowie Modane - Turin entgegen. Aufgrund der Limitationen der Bestandsstrecke entschlossen sich Frankreich und Italien zum Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin - Lyon, welche einen rund 57,5 Kilometer langen Mont-Cenis-Basistunnel beinhaltet. Die steigungsarme, mit hohen Geschwindigkeiten und großen Zuglängen befahrbare Trasse wird Personen- und Güterzügen zur Verfügung stehen. Die gegenwärtigen Planungen sehen vor, dass der Mont-Cenis-Tunnel auch in Zukunft von Regional- und Nachtzügen befahren wird.

  1. Direction Ferroviaire TELT (Hrsg.): Document de Référence du Réseau TELT. 2025 (französisch).