Moving Panorama

Das Moving Panorama ist eine Weiterentwicklung der Panoramalerei, die um 1800 entstand. Es handelt sich dabei um langläufige Gemälde auf Leinwand, die auf zwei Spulen aufgewickelt waren. Bei der Vorführung wurde durch das Ab- und Aufrollen der Leinwand die Illusion von Bewegung erzeugt. Das Publikum sah dabei jeweils nur einen Ausschnitt des gesamten Gemäldes, das entweder langsam abgerollt oder in einzelnen Sequenzen gezeigt wurde. Moving Panoramas zählten zu den populärsten Unterhaltungsformen ihrer Zeit und waren in Großbritannien, den Vereinigten Staaten sowie in europäischen Ländern auf Tournee. Sie kamen nicht nur als eigenständige Darbietungen zum Einsatz, sondern auch als visuelle Effekte in melodramatischen Theaterstücken. Spezielle Lichteffekte wie Mondlicht, Blitze oder Pulverdampf unterstützten die Illusion und steigerten die dramatische Wirkung. Daneben begleitete ein Vortragender die visuelle Darstellung mit spannenden Erzählungen und führte das Publikum durch die Szene. Dadurch wirkten die Bühnenaufführungen realistischer und lebendiger.

  1. Stephan Oettermann: Das Panorama. Die Geschichte eines Massenmediums. Syndikat Autoren- und Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 1980.