Mullivaikkal-Massaker
Das Mullivaikkal-Massaker war die massenhafte Tötung von Zehntausenden sri-lankischen Tamilinnen und Tamilen im Jahr 2009 während der Endphase des Bürgerkriegs in Sri Lanka, welcher im Mai 2009 auf einem schmalen Landstreifen in Mullivaikkal im Distrikt Mullaitivu endete.
| Mullivaikkal Massaker | |
|---|---|
| Teil von: | Sri-Lankischen Bürgerkriegs |
| Lokaler Name | முள்ளிவாய்க்கால் படுகொலைகள் (Muḷḷivāykkāl paṭukolaikaḷ) |
| Standort | Mullivaikkal, Distrikt Mullaitivu, Vanni, Nördliche Provinz, Sri Lanka |
| Koordinaten | 9°17′45″N 80°48′10″O |
| Datum | 2009 |
| Angriffsziel | Sri-Lankische Tamilen |
| Angriffstyp | Luftangriff, Artilleriebeschuss, Massenerschießung |
| Tote | 40.000–70.000, darunter größtenteils unbeteiligte Zivilisten |
| Täter | Sri Lanka Armed Forces, Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) |
Die srilankische Regierung hatte gegen Ende des Krieges eine Waffenstillstandszone in Mullivaikkal eingerichtet. Laut den Vereinten Nationen wurden zwischen 40.000 und 70.000 darin eingeschlossene tamilische Zivilisten vor allem durch das Vorgehen der Sri Lanka Armed Forces, aber auch durch das der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) getötet, wobei die große Mehrheit dieser zivilen Todesopfer auf wahllosen Artilleriebeschuss durch die srilankischen Streitkräfte zurückzuführen ist. Während der Kämpfe beschossen die Sri Lanka Armed Forces das Gebiet massiv, darunter auch Krankenhäuser, das UN-Zentrum und die Umgebung eines Schiffs des Roten Kreuzes, während die LTTE große Teile der Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde festhielt und dies durch das Erschießen fliehender tamilischer Zivilisten durchsetzte.
In den letzten Tagen des Krieges verübte die Armee Sri Lankas auch wahllose Hinrichtungen von Tamilen – sowohl an Zivilpersonen als auch an Kämpfenden. Massenhafte Tötungen von Zivilisten ereigneten sich insbesondere am 18. Mai 2009, was auch das Ende des Krieges markierte.
Der UN-Bericht beschreibt, wie „ab dem 6. Februar 2009 die srilankische Armee kontinuierlich das Gebiet beschoss, das später zur zweiten Feuerverbotszone wurde – aus allen Richtungen, zu Land, aus der Luft und vom Meer aus. Schätzungen zufolge befanden sich zwischen 300.000 und 330.000 Zivilisten in diesem kleinen Gebiet. Der Angriff der Armee umfasste Luftangriffe, Artillerie mit großer Reichweite, Haubitzen und Mehrfachraketenwerfer (MRBLs) sowie Mörser, Panzerabwehrwaffen und Handfeuerwaffen, teils aus nächster Nähe. MRBLs, die ungelenkte Raketen verwenden, gelten als Flächenwaffen. Ihr Einsatz in dicht besiedelten Gebieten ist wahllos und kann zu einer großen Zahl ziviler Opfer führen.“