Mumia

Mumia (lateinisch; auch Mumiya, Mummia und Mumienpulver beziehungsweise Pulvis mumiae) ist eine bis in die 1920er Jahre hinein als Heilmittel verwendete Substanz. Sie bestand aus zermahlenen ägyptischen Mumien. Die Substanz (oftmals bestehend aus mumifizierten Leichenteilen, Balsamierungsstoffen und einem Gemisch aus Pech und Asphalt) war auch unter der Bezeichnung Mumia vera aegyptiaca im Handel und wurde auch von bekannten pharmazeutischen Unternehmen vertrieben. Daneben fand sie auch als farbschönes Braun-Pigment (Mumienbraun) Verwendung. Die Verwendung von Mumia wird heute aus ethischen Gründen nicht mehr akzeptiert. Mumia ist nicht zu verwechseln mit Mumijo, einem althergebrachten asphaltartigen Naturprodukt, das in der zentralasiatischen Volksmedizin als Heil- und Stärkungsmittel verwendet wird.

Laut Zekert war die Verwendung des Wortes Mumia uneinheitlich:

  • Mischung von Einbalsamierungsstoffen aus den altägyptischen Mumien
  • Pulver aus den ganzen Mumien
  • Gemisch von Asphalt und Pech
  • Leichenteile von Gehängten
  1. Aus dem Bestand des Deutschen Apothekenmuseums Heidelberg
  2. Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 205–206 (Mummia).
  3. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich: Philosophische Dissertation, Universität Heidelberg, 1960), S. 426.
  4. Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. 1959, S. 206.
  5. Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 148.
  6. Vgl. auch Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 426 (mumia/mumie: mumifizierte Leichenteile u. a. von den ägyptischen balsamierten Toten, aber auch Balsamierungsstoffe sowie ein Pech-Asphalt-Gemisch).