Munera

Munera (lateinisch munus, Sg.) bezeichnete in der römischen Antike generell einen Dienst für die Allgemeinheit. Bei einer Übersetzung ins Deutsche kommen diverse Worte in Betracht, wie Aufgabe, Amt, Geschenk, Opfer, Schauspiel, Gefälligkeit. Ähnlich der griechischen Leiturgie war das Feld der möglichen Leistungen breit gefächert.

Folgende Aufgaben können zu den gängigeren munera gezählt werden:

  • Finanzierung von öffentlichen Spielen und Feierlichkeiten, besonders bei Ädilen
  • Gladiatorenspiel und -dienst (munus gladiatorum)
  • Militärdienst (munera militae), insbesondere der normale Dienst des einfachen Legionärs, der aus Wache, Lagerbau, Transportarbeiten u. ä. bestand
  • Abgaben für die Versorgung der Armee
  • Zivilämter (munera civilia), sowohl ordentliche Magistraturen und außerordentliche Funktionen, wie z. B. Curator aquarum als auch Subalternämter, wie z. B. saccarius (Ladehelfer auf Schiffen)
  1. Zu den Gemeinsamkeiten von munera und leiturgia siehe Helga Botermann: Polis und Imperium. Aus dem Briefwechsel zwischen Plinius und Kaiser Traian. Vortrag zum Tag des niedersächsischen Geschichtslehrers, Hameln 28. April 2006 vgd-nds.de [PDF] (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive).
  2. Sabine Wussow: Die Persönlichkeit des Cato Uticensis – Zwischen stoischer Moralphilosophie und republikanischem Politikverständnis. Diss. Dortmund 2004, S. 134 ff. eldorado.uni-dortmund.de (Memento des Originals vom 12. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 3,9 MB).
  3. s. z. B. Sueton, De Vita Caesarum, 39,1.
  4. Georg Oesterdiekhoff: Die römische Militärorganisation, Aachen 2005 (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive )  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
  5. Carsten Drecoll: Die Liturgien im römischen Kaiserreich des 3. und 4. Jh. n. Chr. S. 228 ff.