Murad I.
Murad I. (osmanisch مراد بن اورخان / Murād b. Orḫān; geboren 1326 oder 1327 in Bursa; gestorben am 15. Juni 1389 nahe Pristina), genannt غازى خنكار / Ġāzī Ḫünkār und خداوندگار / Ḫüdāvendigār (etwa zu deutsch „der Gottgeweihte“ aber auch „Herr der Welt“) in europäischen Quellen Amurath, war von 1359 bis 1389 Sultan des Osmanischen Reiches. Er war der Sohn Sultan Orhans I. und dessen Konkubine Nilüfer. Er bestieg den Thron nach dem Tod seines Halbbruders Süleyman, womöglich noch zu Lebzeiten seines Vaters Orhan.
In den ersten Jahren seiner Herrschaft nahmen die Osmanen unter Murad I. die byzantinischen Städte Adrianopel und Philippopolis in Westthrakien ein. Adrianopel, das nach seiner osmanischen Eroberung den heutigen Namen Edirne erhielt, machte Murad 1368 zur neuen Hauptstadt des Osmanischen Reiches. In den darauf folgenden Jahren erweiterte er den osmanischen Herrschaftsbereich in Südosteuropa. Ein Großteil der serbischen und bulgarischen Fürsten sowie der byzantinische Kaiser Johannes V. wurden zur Tributpflicht gezwungen.
Murad versuchte mit einem offensiven militärischen Vorgehen die verbliebenen unabhängigen christlichen Herrscher auf dem Balkan zu unterwerfen um somit die letzten Hindernisse für die vollständige Übernahme des Byzantinischen Reiches inklusive dessen Hauptstadt Konstantinopel zu beseitigen. Die osmanische Offensive stieß jedoch auch auf starken Widerstand seitens der unabhängigen Fürsten. Dies führte zu einem Konflikt der 1389 in die Schlacht auf den Amselfeld mündete. Nach starken Verlusten auf beiden Seiten, fiel neben dem serbischen Fürsten Lazar Hrebeljanović auch Murad in der Schlacht.
- ↑ Ekrem Buğra Ekinci - MIGHTY SOVEREİGNS of OTTOMAN THRONE: SULTAN MURAD I (englisch). Abgerufen am 1. September 2025
- 1 2 Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas: Murad I. Abgerufen am 2. September 2025
- ↑ Ljubomir Maksimović: Visantija i Turci od Maričke do Kosovske bitke (1371–1389). In: Glas, Odeljenje istorijskih nauka. Nr. 9. serbische Akademie der Künste, Belgrad 1996, S. 33–46.