Nabelschnurblutstammzellen
Als Nabelschnurblutstammzellen bezeichnet man Stammzellen, die aus Nabelschnurblut oder auch Plazentarestblut nach der Abnabelung gewonnen werden.
Seit Ende der 1980er-Jahre weiß man, dass Nabelschnurblut reich an Stammzellen ist, die in der Lage sind, das blutbildende System wiederherzustellen. Der Grund dafür ist die Wanderung der Blutbildung, die während der fetalen Entwicklung in Leber und Milz ansässig ist, in das Knochenmark. Diese Wanderung erfolgt im letzten Schwangerschaftsdrittel über den Blutkreislauf des Kindes. Dadurch finden sich zum Zeitpunkt der Geburt im Blut des Kindes und damit auch im Restblut von Nabelschnur und Plazenta außergewöhnlich viele Stammzellen.
Nabelschnurblutstammzellen wurden 1988 erstmals durch die französische Ärztin Eliane Gluckman in Paris medizinisch genutzt, um ein Kind mit Fanconi-Anämie zu behandeln. Bis 2024 wurden etwa 50.000-mal Nabelschnurblut-Transplantationen durchgeführt (→ Stammzelltransplantation) und etwa 800.000 Spenden waren aufbewahrt.
- ↑ D. Surbek, G. Manegold-Brauer, G.M. Baerlocher: Expertenbrief NO 87-Nabelschnurblut-Stammzelleinlagerung öffentlich – privat/familiär – hybrid. In: Www.sggg.ch. Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, 29. April 2024, abgerufen am 8. Februar 2025 (deutsch).