Nahda

Als Nahda (arabisch النهضة العربية, DMG an-nahḍa al-ʿarabīya) wird eine kulturelle intellektuelle Bewegung in einigen arabischen Ländern im 19. und 20. Jahrhundert und gleichzeitig die Epoche dieser Bewegung bezeichnet. In den meisten Fällen wird unter dem Begriff Zeitspanne starker kultureller, sprachlicher und politischer Veränderungen, der Begriff meist mit arabischem Nationalismus und säkulare und liberale Reformen in Verbindung gebracht. In europäischen Sprachen bleibt der Begriff heute entweder unübersetzt oder wird als „Erwachen“ oder „arabische Renaissance“ dargegeben.

Als Zentren der Entwicklungen gelten Ägypten sowie Syrien und Libanon, allen voran die beiden Städte Beirut und Kairo. Wichtige Grundlage der Nahda war die Verbreitung von Druckerpressen in Ägypten und der Levante, wodurch Bücher weiter verbreitet wurden und eine Vielzahl neuer Zeitungen und Zeitschriften gegründet wurden, die Literatur veröffentlichten, die Gesellschaft naturwissenschaftlich und historisch zu bilden versuchten und die intellektuelle Diskussionskultur der Region stark prägten. In den neuen Medien wurde mit dem Modernen Hocharabisch eine moderne Form der Bildungssprache geschaffen.

Eine einheitliche Definition des Begriffs bezüglich seiner räumlichen und zeitlichen Einordnung, ebenso bezüglich seiner Themen und Protagonisten besteht bis heute nicht. Dessen ungeachtet erfährt die Nahda bis heute eine lebhafte, positive wie negative, Rezeption, während manche Autoren die Nützlichkeit des Begriffs an sich in Frage gestellt haben.