Nankai-Megathrust-Erdbeben
Nankai-Megathrust-Erdbeben (japanisch 南海トラフ巨大地震 Nankai Torafu Kyodai Jishin) sind große Megathrust-Erdbeben entlang der Nankai-Verwerfung – der Verwerfung unter dem Nankaigraben. Dieser bildet die Plattengrenze zwischen der subduzierenden Philippinischen Platte und der überschiebenden Amurplatte (wahrscheinlich ein Teil der Eurasischen Platte); er liegt vor der südlichen Küste der japanischen Inseln Honshū und Shikoku. Die Verwerfung unterteilt sich in fünf Abschnitte, die zu drei Zonen gehören, welche entweder einzeln oder kombiniert reißen; abhängig von der Lage werden die entstehenden Beben von Westen nach Osten Nankai-Erdbeben, Tōnankai-Erdbeben oder Tōkai-Erdbeben genannt.
Diese Erdbeben treten mit einer Jährlichkeit von etwa 90–200 Jahren und dabei oft in Paaren auf, sodass nach einer Ruptur an einem Teil der Verwerfung eine weitere Ruptur an einem anderen Abschnitt der Verwerfung folgt; zu sehen etwa beim Ansei-Tōkai-Erdbeben 1854 und dem Ansei-Nankai-Erdbeben 1854, das sich nur einen Tag später ereignete, sowie dem Nankaidō-Erdbeben 1946. In einem in historischer Zeit beobachteten Fall – dem Hōei-Erdbeben 1707 – riss die Verwerfung über ihren vollständigen Verlauf. Alle diese großen Erdbeben haben zerstörerische Tsunamis ausgelöst, deren Schadwirkung dadurch verstärkt wurde, dass sich die japanische Besiedlung entlang des Taiheiyō Belt erstreckt, speziell mit den Küstenstädten Tokio, Yokohama und Osaka, den drei einwohnerstärksten Städten in Japan. Das Gebiet ist immer noch seismisch aktiv, sodass auch künftig Erdbeben erwartet werden. Das Risiko, dass sich in den nächsten Jahren ein Nankai-Erdbeben mit großen Schäden ereignet, ist sehr hoch.