Napiriša

Napiriša, deutsch Napirischa, englisch transkribiert Napirisha, war ein elamischer Gott, dessen Spuren sich bis ins späte 3. Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen lassen. Die beiden Logogramme DINGIR.GAL und d.GAL werden ihm zugeordnet. Sein Zeichen ist die menschenköpfige Schlange, die das lebensspendende Süßwasser symbolisiert.

Die Ursprünge von Napiriša werden häufig in den östlichen Hochlandgebieten von Elam vermutet. Ein wichtiger Beleg dafür ist die Identifizierung von Napiriša und seiner Gefährtin Kiriša auf dem Felsrelief von Kurangun. Die Herkunft des Gottes aus dem östlichen Hochland könnte auch seine Popularität in den Verwaltungsarchiven von Persepolis erklären. Ein Siegel aus dem Festungsarchiv von Persepolis zeigt eine Statue, die Napiriša darstellt. Sie ist flankiert von zwei Mischwesen, einem Fischmann und einem Ziegenfisch. Beide Mischwesen werden mit der mesopotamischen Gottheit Ea verbunden, aber durch die iranische Quellenangabe ist Napiriša gemeint, der über die Akkulturation Einzug in den iranischen Pantheon gehalten hat.

  1. François Desset: Nine Linear Elamite Texts Inscribed on Silver “Gunagi” Vessels (X, Y, Z, F’, H’, I’, J’, K’ and L’): New Data on Linear Elamite Writing and the History of the Sukkalmaḫ Dynasty. In: Iran. Band 56, Nummer 2, 2018, S. 105–143, hier S. 133.
  2. Wouter F. M. Henkelman: The Other Gods Who Are: Studies in Elamite-Iranian Acculturation based on the Persepolis Fortification Texts (= Achaemenid History. Band 14). Nederlands Instituut voor het Nabije Oosten, Leiden 2008, S. 330.
  3. PFS 1312s. Abbildung auf OCHRE (Online Cultural and Historical Research Environment), siehe Festungsarchiv von Persepolis, Abkürzungen und Aktueller Stand und Entwürfe.
  4. Wouter F. M. Henkelman: The Heartland Pantheon. In: Bruno Jacobs; Robert Rollinger (Hrsg.): A Companion to the Achaemenid Persian Empire. 2 Bände, Wiley-Blackwell, Hoboken (NJ) 2021, ISBN 978-1-119-17428-8, S. 1221–1242, hier S. 1228–1229.