Narbe (Wundheilung)

Klassifikation nach ICD-10
L90.5 Narben und Fibrosen der Haut
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Als Narbe (von mittelhochdeutsch narwa, jünger narwe ‚Verengung, Zusammenziehung. Narbe‘; lateinisch Cicatrix, altgriechisch ule, mittelhochdeutsch auch mâse) wird nach Zerstörung des kollagenen Netzwerks der Haut ein faserreiches Ersatzgewebe (Fibrose) bezeichnet, das einen Endzustand der Wundheilung darstellt. In Narben ist das Kollagen nicht mehr komplex verflochten, sondern parallel angeordnet. Hautanhangsgebilde wie Talg- oder Schweißdrüsen fehlen.

Bei traumatischen und andersartigen Läsionen mit Durchtrennung oder Verlust von Gewebe wird die Wunde zunächst durch ein Fibrinkoagel verschlossen, in der Folge werden Entzündungszellen rekrutiert. Es bildet sich dann ein Granulationsgewebe, welches schließlich durch kollagenreiches Bindegewebe ersetzt wird, das sich im weiteren Heilungsverlauf strafft. Daneben kommt es zu einer Reepithelisierung der Hautoberfläche. Den Prozess der Narbenbildung nennt man Ulosis.

Komplikationen während der Wundheilung wirken sich negativ auf die Heilung aus. Bezüglich der auffälligen Narbenbildung kann unterschieden werden zwischen atrophen Narben, Narbenkontrakturen, hypertrophen Narben und Keloiden.

  1. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 503.
  2. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 422 (masse, mosse: Wundmal, Narbe, entstellender Fleck, Flecken, lateinisch cicatrix, bei Verbrennung).
  3. Konrad Herrmann, Ute Trinkkeller: Dermatologie und Medizinische Kosmetik: Leitfaden für die Kosmetische Praxis. Springer-Verlag, 2007, ISBN 978-3-540-30094-6, S. 141.