Nasale Freigabe
Die nasale Freigabe bzw. nasale Lösung eines Verschlusslautes – auch nasale Sprengung, nasale Plosion oder velare Verschlusslösung genannt – ist in der Phonetik eine besondere Aussprachevariante der Verschlusslaute (Plosive) / p, t, k, b, d, g /. Der entstehende Laut wird auch manchmal als faukaler Explosiv bezeichnet. Das Phänomen tritt im Deutschen auf, um die Aussprache eines Verschlusslauts vor einem Nasalkonsonanten zu vereinfachen, z. B. in den Kombinationen „-bm“, „-tn“ oder „-kn“. Dabei erfolgt die Öffnung des Verschlusses nicht wie sonst üblich oral (im Mundraum), also z. B. durch Öffnung der Lippen für „b“ – sondern die Luft wird aus dem Rachenraum stoßartig hintenherum durch die Nase abgeleitet. Auf diese Weise gehen Verschlüsse wie /b, d, g/ direkt in entsprechende Nasallaute wie /m, n, ŋ/ über.
Die nasale Freigabe hat zwar eine eigene Notation im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA), sie wird aber nicht immer bzw. nicht einheitlich benutzt. Es ist auch unklar, ob dieser Laut in irgendeiner Sprache eine systematische Funktion (also Phonem-Status) hat.
- ↑ Letztere beiden Varianten: Skript Das Lesen von Sonagrammen, Uni München, abgerufen am 27. Februar 2026)