Natürlichkeitstheorie

Die Natürlichkeitstheorie (NT) vertritt die Hypothese, dass Prozesse und Zustände von Sprachen mehr oder weniger natürlich sind; damit verknüpft ist die Annahme, dass sowohl das Erlernen der Muttersprache als auch Sprachwandelprozesse durch eine Tendenz geprägt sind, in der sich eher natürliche Verhältnisse durchsetzen.

Am Anfang der Natürlichkeitstheorie steht die von David Stampe entwickelte natürliche Phonologie (1969). In der Nachfolge haben sich weitere Subdisziplinen entwickelt, darunter im deutschsprachigen Raum vor allem die natürliche Morphologie, deren Prinzipien anfänglich von Willi Mayerthaler als Theorie der Morphologie entworfen wurden.

  1. D. Stampe: The acquisition of phonetic representations. In: Papers from the 5th Regional Meeting, Chicago Linguistic Society 1969, S. 443–454.
  2. Willi Mayerthaler: Morphologische Natürlichkeit. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Wiesbaden 1981, ISBN 3-7997-0717-4, S. ??.