Naufahrt

Als Naufahrt bezeichnete man das Treibenlassen stromabwärts von Schiffen auf der Donau und ihren Nebenarmen zwischen Ulm und Ungarn. Zur Steuerung der Kähne wurde das Ruder am Bug montiert. Der Einweg-Bootstyp der Ulmer Schachtel wurde seit dem Mittelalter bei der Waren- und Passagierbeförderung nur zur Naufahrt benutzt.

Die entgegengerichtete Fahrt stromaufwärts wurde als Gegentrieb bezeichnet. Dabei zogen Pferde auf dem Hufenschlag, dem Treidelweg oder der Begleitstraße die Boote. Noch heute erinnern zahlreiche Namen von Altarmen, Straßenbezeichnungen und Gemeindeteilen an die Naufahrt.

Naufahrt war auch die Bezeichnung für das talwärts fahrende Salzschiff selber.

  1. NAUFAHRT, f.. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 13: N, O, P, Q – (VII). S. Hirzel, Leipzig 1889, Sp. 473 (woerterbuchnetz.de).