Necroviren

Die Einteilung der Viren in Sys­te­matiken ist kontinuier­licher Gegen­stand der For­schung. So existieren neben- und nach­einander ver­schie­dene Virus­klas­sifi­kationen sowie die offi­zielle Virus-Taxo­nomie des Inter­national Com­mit­tee on Taxo­nomy of Viruses (ICTV). Die hier be­han­delte Grup­pe ist als Taxon durch neue For­schungen ob­solet ge­wor­den oder aus an­deren Grün­den nicht Teil der offi­ziel­len Virus-Taxo­nomie.

Die Necroviren umfassen die frühere Gattung Necrovirus, inzwischen aufgeteilt in die zwei Gattungen Alphanecrovirus und Betanecrovirus, sowie die keiner Gattung zugeordnete Art Chenopodium-Nekrose-Virus; alle (neben anderen Mitgliedern) in der Unterfamilie Procedovirinae der Virusfamilie Tombusviridae. Die Necroviren sind unbehüllte Pflanzenviren mit einer doppelsträngigen RNA als Genom. Als Typspezies der Gattung Alphacarmovirus gilt das Tabak-Nekrose Virus A (englisch Tobacco necrosis virus A), das 1935 in erkrankten Tabakspflanzen (Nicotiana tabacum) in Treibhäusern entdeckt wurde. Die Typusspezies der Gattung Betanecrovirus ist das Tabak-Nekrose Virus D (engl. Tobacco necrosis virus D). Die Mitglieder der beiden Gattungen verursachen keine Erkrankungen, die die gesamte Pflanze betreffen (systemische Infektion) und das Pflanzenwachstum mindern, sondern typischerweise nur lokal begrenzte Infektionsherde auf Blättern, Stängel oder Wurzeln, die zu einer fleckigen Nekrose des Pflanzengewebes führen. Aufgrund dieser typischen Nekroseherde erhielten die Gattungen ihre Namen.

  1. K. M. Smith, J. G. Bald (1935) Parasitol. 27: S. 231.