Negative Mehrheit

Eine negative Mehrheit, destruktive Mehrheit oder auch Sperrmajorität beschreibt einen Zustand in einem demokratisch gewählten Parlament, der die Aktionsunfähigkeit dieses Parlaments zur Folge hat. Sie tritt ein, wenn mindestens zwei Fraktionen gemeinsam eine absolute Mehrheit im Parlament haben, aber aufgrund politischer Differenzen weder miteinander noch mit anderen Fraktionen zusammenarbeiten wollen oder können. Eine Regierungsbildung ist in dieser Situation nicht möglich, da diese Fraktionen so stark sind, dass keine andere Fraktion in der Lage ist, ohne sie eine Regierung zu bilden.

  1. Bastian Scholz: Im Würgegriff der Extreme – Gefährdet eine destruktive Koalition der parteipolitischen Ränder die weitere europäische Integration? In: Gesellschaft. Wirtschaft. Politik. Nr. 2, 2016, S. 261, doi:10.3224/gwp.v65i2.24023 (ssoar.info [PDF]).
  2. Stefanie Vielgut: Demokratie und Verfassung in der Weimarer Republik und der Ersten Republik Österreichs. Ein Vergleich. In: Diplomarbeit, Universität Wien. Oliver Rathkolb, 2012, abgerufen am 23. Mai 2021.
  3. Peter Borowsky: Zerstörung oder Zusammenbruch? Das Ende der Weimarer Republik 1929–1933. In: Schlaglichter historischer Forschung. Studien zur deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert. Universität Hamburg, 2005, abgerufen am 23. Mai 2021 (deutsch).
  4. Verwaltung des Deutschen Bundestages: Wahlen in der Weimarer Republik. In: Historische Ausstellung des Deutschen Bundestages. Fachbereich WD 1, Mai 2006, abgerufen am 23. Mai 2021 (deutsch).
  5. Felix Bohr: Todesstunde der Republik. In: Der Spiegel. Abgerufen am 23. Mai 2021.
  6. Thomas Schrapel: Armenien in der politischen Sackgasse – Patt zwischen Parlament und Straße. 2. Mai 2018, abgerufen am 23. Mai 2021.