Neronische Christenverfolgung

Die Neronische Christenverfolgung gilt traditionell als eine der frühesten Verfolgungen von Anhängern des vermutlich im Jahr 30 n. Chr. hingerichteten Jesus von Nazaret. Sie wurde wohl im Jahr 64 oder 65 n. Chr. von Kaiser Nero angeordnet, weil er laut dem römischen Historiker Tacitus den Verdacht, er selbst habe die Entfachung des großen Brands Roms vom Juli 64 n. Chr. befohlen, auf die soziale Randgruppe der Christen abwälzen wollte. Die Verfolgung dauerte möglicherweise bis zum Tod Neros im Jahr 68 n. Chr. an.

Zu den Opfern der Verfolgung sollen gemäß der späteren kirchlichen Tradition auch die Apostel Paulus und Petrus gezählt haben, doch spricht die Chronologie eher dagegen. Unter Althistorikern zeigt sich zuletzt verstärkt die Tendenz zu hinterfragen, ob sich die Verfolgung bewusst und gezielt gegen Christen richtete, ob sie wirklich mit dem großen Brand Roms zusammenhing, und ob es sich tatsächlich um eine große Zahl von Opfern handelte. Von einer Minderheit wird die Historizität der Verfolgung sogar insgesamt bestritten.

  1. Josh Schachterle: How Did Paul Die? Year, Age, & Location of the Apostle’s Death. In: Bart Ehrman Courses Online. 10. November 2023, abgerufen am 8. Februar 2025 (amerikanisches Englisch).