Neue Subjektivität

Neue Subjektivität ist ein von Jörg Drews geprägter und von Marcel Reich-Ranicki populär gemachter Begriff für eine neue Richtung der deutschen Literatur in den 1970er Jahren, die Themen wie persönliche Träume und Probleme des Privatlebens in den Mittelpunkt stellte. Sie bildete sich als Gegenbewegung zu einer politisch engagierten Literatur mit ihren systemkritischen und gesellschaftstheoretischen Implikationen, wie sie im Umfeld der 68er-Bewegung entstanden war; auch im Gegensatz zu literarischen Experimenten, die an die Literatur der klassischen Moderne anknüpfen wollten. Ziel war ein auf Innerlichkeit, Introspektion und Selbsterfahrung ausgerichteter Schreibprozess.

  1. Jörg Drews: Selbsterfahrung und Neue Subjektivität in der Lyrik. In: Akzente I (1977), S. 89–95