Neuschwanstein (Meteorit)

Koordinaten: 47° 31′ 30″ N, 10° 48′ 20″ O

Neuschwanstein
(Teile I, II und III)
Meteoritenfragment Neuschwanstein I
(1705 Gramm)
Allgemeines
Offizieller Name
nach MBD
Neuschwanstein
(Teile I, II und III)
Authentizität sicher
Lokalität
Land Deutschland
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Schwaben
Landkreis Ostallgäu
Ort Hohenschwangau, drei Teile im Wald südöstlich des Orts; z. T. in Nordtirol
Fall und Bergung
Datum (Fall) 6. April 2002, 22:20:18 MESZ
beobachtet ja
Sammlung Rieskrater-Museum Nördlingen u. a.
Beschreibung
Typ Chondrit
Klasse Enstatit-Chondrit
Gruppe EL6
Masse (total) 6,19 kg
(1750 g + 1625 g + 2842 g)
Dichte 3,595 g/cm³ (Neuschwanstein I)
Herkunft Asteroid (4486) Mithra?
Referenzen
Meteoritical Bulletin 16950
Mindat (Keswick, VA) 56301

Der Meteorit Neuschwanstein erreichte am 6. April 2002 um 22:20:18 MESZ bei Füssen in Bayern in der Nähe von Schloss Neuschwanstein in deutsch-österreichischem Grenzgebiet (Ammergauer Alpen) die Erde.

Der ursprüngliche Meteoroid zerbarst in einer Höhe von etwa 22 Kilometern über dem Erdboden in mehrere Fragmente, die über einem mehrere Quadratkilometer großen Gebiet niedergingen. Bisher konnten drei dieser Fragmente mit einer Gesamtmasse von rund sechs Kilogramm geborgen werden. Neuschwanstein wurde als Enstatit-Chondrit (Typ EL6) klassifiziert, eine äußerst seltene Gruppe innerhalb der Steinmeteoriten. Er gilt als der erste Meteorit in Deutschland (und als der vierte weltweit), der anhand simultaner fotografischer Aufzeichnungen aufgefunden werden konnte.

  1. Florian Schweidler: Der Bolide vom 6. April 2002. In: Sterne und Weltraum. Band 8, August 2002, S. 52.