Nierenagenesie
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| Q60.0 | Nierenagenesie, einseitig |
| Q60.1 | Nierenagenesie, beidseitig |
| Q60.2 | Nierenagenesie, nicht näher bezeichnet |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| LB30.0 | Nierenagenesie oder andere Reduktionsdefekte der Niere |
| LB30.00 | Nierenagenesie |
| LB30.0Y | Sonstige näher bezeichnete Nierenagenesie oder andere Reduktionsdefekte der Niere |
| LB30.0Z | Nierenagenesie oder andere Reduktionsdefekte der Niere, nicht näher bezeichnet |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Die Nierenagenesie ist eine während der Embryonalentwicklung ausbleibende Anlage (Agenesie) einer oder beider Nieren und ist somit eine Hemmungsfehlbildung. Sie ist stets verbunden mit einer Fehlbildung des entsprechenden (ipsilateralen) Ureters.
Eine während der Embryogenese begonnene und dann aber intrauterin abgebrochene Entwicklung führt zur Aplasie (Nierenaplasie).
Beim angeborenen Fehlen beider Nieren, was mit dem Leben nur mit einer Nierendialyse vereinbar ist (Dialysepflicht), handelt es sich entweder um eine bilaterale Nierenagenesie oder um eine beiderseitige Nierenaplasie. Dieser Zustand wird als Arenie oder als Anephrie bezeichnet. Zur (totalen oder doppelseitigen) Arenie oder Anephrie kann jedoch auch ein nachgeburtlicher (erworbener) Nierenverlust führen. Beim einseitigen Fehlen einer Niere heißt die (meist hypertrophische) Restniere Einzelniere oder auch Solitärniere.
- ↑ Roche Lexikon Medizin. 5. Auflage. Urban & Fischer, München / Jena 2003, ISBN 3-437-15156-8, S. 1328.
- ↑ Joachim Wilhelm Thüroff, Hermann Schulte-Wissermann (Hrsg.): Kinderurologie in Klinik und Praxis, 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart / New York 2000, ISBN 3-13-674802-6.
- ↑ Maxim Zetkin, Herbert Schaldach (Hrsg.): Lexikon der Medizin, 16. Auflage, Ullstein Medical, Wiesbaden 1999, ISBN 978-3-86126-126-1, S. 1403 f.
- ↑ Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung 1966–1977, 6. Ordner (S–Zz), München / Berlin / Wien 1974, ISBN 3-541-84006-4, S. S 224.